Kultusminister Michael Piazolo
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Kultusminister Michael Piazolo

Schulstart nach den Osterferien

„Magisches Viereck der Sicherheit“: Piazolo verteidigt Testpflicht für Schüler

  • Dominik Göttler
    vonDominik Göttler
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Kultusminister Michael Piazolo hat die Testpflicht an Schulen verteidigt. Sie sei eine Chance, den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. Er hofft, so mittelfristig alle Grundschüler auch bei höheren Inzidenzwerten wieder ins Klassenzimmer holen zu können.

München – Bevor am Montag in Bayerns Klassenzimmern wieder der Unterricht beginnt, müssen zu tausenden die Teststäbchen gezückt werden. So hat es die Staatsregierung beschlossen. Testpflicht für alle Schüler, Lehrer und das Schulpersonal. Ohne negativen Corona-Test keine Teilnahme am Unterricht.

Am Freitag hat Kultusminister Michael Piazolo (FW) diese Maßnahme gegen Kritik von Eltern, Lehrerverbänden und Opposition verteidigt: „Die Tests erhöhen die Sicherheit für die ganze Schulfamilie und sind unsere Chance, den Wechsel- und Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten.“ Piazolo sprach von einem „magischen Viereck der Sicherheit“, mit dem das Infektionsrisiko an den Schulen verringert werden soll: Hygienepläne, Distanzunterricht bei Inzidenzen über 100, Tests und Impfungen.

17,6 Millionen Tests seien bereits ausgeliefert

Auf die Frage, warum die Selbsttests nicht zu Hause von den Eltern durchgeführt werden könnten, antwortete Piazolo: „Ich bin sicher, dass die meisten es auch zu Hause tun würden. Aber eben nicht alle.“ Für die höchste Sicherheit sei aber wichtig, dass alle Personen an der Schule durchgetestet werden. Mit 17,6 Millionen Stück seien ausreichend Tests ausgeliefert worden. Die Selbsttests seien leicht und ohne Risiko und Schmerzen durchzuführen. Was die Österreicher schon seit sechs Wochen praktizierten, müsse in Bayern doch auch zu schaffen sein, sagte Piazolo. Eltern, die sich dennoch unwohl fühlten, wenn die Schüler sich selbst testen, könnten auf PCR-Tests oder Schnelltests bei Ärzten, Apotheken oder Teststationen ausweichen. In Regionen mit Inzidenzen über 100 dürfe dieser Test nicht älter als 24 Stunden sein, in Regionen unter 100 nicht älter als 48 Stunden.

Zum Vorstoß seines Parteichefs, getesteten Schülern Unterricht ohne Maske zu ermöglichen, sagte Piazolo: „Hubert Aiwanger ist ein sehr vorausschauender Politiker. Ich bin eher im Hier und Jetzt verhaftet.“ Zunächst sei ihm wichtiger, mittelfristig mithilfe der Testpflicht möglichst alle Grundschüler zurück ins Klassenzimmer zu holen.

Stichtag für die Schulwoche ist der Freitag

Stichtag für die Entscheidung, welche Regeln für die jeweils nächste Schulwoche gelten, sei immer der Freitag. Für den kommenden Montag bedeute das: Wechselunterricht für die 25 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte mit einer Inzidenz unter 100. Das entspreche rund 56 Prozent aller Schüler. In allen anderen Regionen dürfen nur die Abschlussklassen inklusive der vierten Jahrgangsstufe zurück ins Klassenzimmer.

Absurde Bürokratie-Blüten treibt die Inzidenzgrenze im Kreis Weilheim-Schongau, der wie der Kreis Fürstenfeldbruck just am Freitag wieder die 100er-Grenze überschritt. Denn der Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts muss von jedem Landratsamt offiziell veröffentlicht werden. Und weil es in Weilheim im Gegensatz zu Fürstenfeldbruck kein tagesaktuelles Online-Amtsblatt gibt, zählt dort die Inzidenz vom Vortag, bis der aktuelle Wert tags darauf in der Zeitung veröffentlicht wurde. Heißt: Distanzunterricht in Fürstenfeldbruck. Wechselunterricht in Weilheim.

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