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Gegen Atomwaffen und für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan haben hunderte Ostermarschierer demonstriert.

Hunderte bei Ostermärschen gegen Atomwaffen und Krieg

München/Nürnberg - Hunderte Menschen haben bei den Ostermärschen in Bayern gegen Atomwaffen und für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan demonstriert.

“Deutschland hat sich zur Kriegsdrehscheibe entwickelt“, sagte Sabine Schiffer vom “Institut für Medienverantwortung“ (Erlangen) am Montag bei der zentralen Kundgebung unter dem Motto “Zukunft braucht Frieden“ in Nürnberg. Dazu waren nach Auskunft der Veranstalter rund 900 Menschen gekommen; die Polizei sprach von 550 Teilnehmern.

Bereits am Samstag hatten Ostermarschierer in München für ein friedliches Europa demonstriert. Nach Angaben einer Sprecherin vom Münchner Friedensbündnis kamen 1200 Menschen zur zentralen Kundgebung am Marienplatz. Die Polizei zählte rund 400 Teilnehmer. Auch in anderen bayerischen Städten waren die Ostermarschierer unterwegs.

In Nürnberg forderten die Teilnehmer auf Transparenten “Schluss mit der Besatzung aus Afghanistan“ und “In den Müll mit den Atomwaffen“. Zu Zwischenfällen kam es nach Auskunft der Polizei nicht. Einen rund vierstündigen “Ostermarsch draußen“ unternahm am Montag eine kleine Gruppe von Demonstranten, die von München mit dem Zug nach Schwabmünchen reiste. Ziel war die NATO-Pipeline, die zur Treibstoffversorgung der Streitkräfte dient. In Landshut setzten sich rund 220 Menschen bei einem Ostermarsch für Frieden ein.

Bereits am Samstag waren Hunderte Ostermarschierer in Bayern auf die Straße gegangen. “I like peace - Krieg ist mies“ und “Abrüstung statt Militarisierung der EU - für ein friedliches Europa“, hieß es auf Transparenten in München. In Augsburg demonstrierten nach Angaben der Organisatoren knapp 200 Menschen “gegen Krieg, für Frieden und eine lebenswerte Zukunft“. In Ansbach gingen vor der US-Kaserne Katterbach laut Ansbacher Friedensbündnis rund 400 Ostermarschierer auf die Straße. Sie verlangen, den Standort nicht weiter auszubauen. Auch in Erlangen und Traunstein gab es Märsche, in Erlangen kamen laut Frankfurter Ostermarschbüro rund 120 Menschen.

Ein Hauptthema war der Protest gegen den Militäreinsatz in Afghanistan. Die Friedensbewegung verlangt einen Abzug der Bundeswehr und einen Einsatz der Mittel für den friedlichen Aufbau in dem Land. Sowohl in Afghanistan wie auch bei der Iran-Politik gehe es nicht in erster Linie um Frieden, sondern um geostrategische Vorteile und um den Zugang zu Ressourcen. In Nürnberg sagte Hauptrednerin Sabine Schiffer: “Der Abzug aus Afghanistan wäre nur der erste Schritt zu einem Ausstieg aus der Weltkriegspolitik des 21. Jahrhunderts.“ Die Ursachen für Krieg und Terror lägen in den Weltwirtschaftskrisen.

Mit Blick auf das krisengeschüttelte Griechenland warfen Redner der Bundesregierung vor, das Land auf der einen Seite zum Sparen aufzurufen, auf der anderen Seite auf die Einhaltung von Kaufvereinbarungen für U-Boote in Milliardenhöhe zu pochen. Der Münchner Marsch lief unter dem Motto “Schluss mit Lügen und Krieg“.

Die Friedensmärsche standen im Zeichen ihres 50-jährigen Bestehens. Ihre Wurzeln haben die Demonstrationen im Widerstand gegen das atomare Wettrüsten. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall des Ostblocks hat das Interesse an den Demonstrationen nachgelassen.

dpa

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