Ein rotes Tuch verhüllt in der St. Michael Kirche das Kreuz vor dem Altar.
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Bayern im Corona-Lockdown: Die Kirchen könnten an Ostern leer bleiben (Symbolbild).

„Wichtigstes Fest für uns“

Oster-Lockdown in Bayern: Gottesdienst nur virtuell? Kirchen reagieren „überrascht“

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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Die Corona-Pandemie lässt aktuell keine Lockerungen zu - über Ostern gelten in Bayern strikte Regeln. Für Christen steht auch der Kirchgang an den Feiertagen auf der Kippe.

München - Der Oster-Plan für Bayern steht. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) machte in einer Pressekonferenz deutlich, dass es im Freistaat über die Feiertage keine Lockerungen geben wird. Im Gegenteil. Ein Super-Lockdown über Ostern, während dem Bayern fünf Tage fast komplett heruntergefahren werden soll, steht bevor.

Nicht nur traditionelle Familientreffen am Osterwochenende werden ausfallen müssen. Auch für gläubige Christen könnte das diesjährige Osterfest ganz anders ausfallen als sonst. Denn mit einem klassischen Kirchgang wird es im Freistaat in diesem Jahr, ebenso schon wie im Jahr zuvor, wegen Corona* wohl schwierig werden.

Oster-Lockdown in Bayern: Gottesdienst nur virtuell? Kirchen reagieren „überrascht“

Nach den Beratungen beim Corona-Gipfel, der bis in die frühen Morgenstunden hinein andauerte, wurde der Wunsch von Bund und Ländern geäußert: Ostergottesdienst, bitte nur virtuell. Auch Markus Söder, der immer wieder mit Sonderwegen für Bayern überrascht, stellte sich hier nicht direkt entgegen. Die bayerische Landesregierung würde es unterstützen, dass Gottesdienste virtuell stattfinden sollen, hieß es auf der am Dienstagmittag (23. März) stattfindenden Pressekonferenz. Man wolle auf die Kirchen allerdings keinen Druck ausüben.

Wenig begeistert von nur virtuellen Möglichkeiten zeigt sich Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. „Wir sind überrascht worden“, schrieb er nach den Gipfel-Verkündungen auf Twitter. „Ostern ist das wichtigste Fest für uns, Gottesdienste sind kein Beiwerk. Zu Weihnachten haben wir gezeigt, wie wir mit Vorsicht Messe feiern können. Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten“, heißt es in seinem Tweet weiter.

Im Video: Neue Lockdown-Regeln in Bayern - Der große Überblick

Corona in Bayern: Oster-Gottesdienst nur virtuell? Landesbischof äußert sich

Ebenfalls überrumpelt gezeigt hatte sich am frühen Dienstagmorgen laut der bayerischen evangelischen Wochenzeitung Sonntagsblatt auch der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der zudem Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Das wichtigste Fest der Christen sei betroffen, so Bedford-Strohm.

Der Landesbischof gab an, dass man sich nun in Gremien zu dem Thema beraten werde, hieß es im Sonntagsblatt weiter. Grundsätzlich verboten sind Gottesdienstbesuche an den Feiertagen aktuell nicht. In allen Kirchen gelten strikte Abstandsregeln und begrenzte Teilnehmerzahlen. Gemeinsames Singen ist beim Gottesdienst in Bayern generell verboten, zudem gilt FFP2-Maskenpflicht*. (nema) (*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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