Zweimal pro Woche: Nach den Osterferien sollen sich Schüler in der Schule selbst testen. Die Tests werden zur Pflicht, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt.
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Zweimal pro Woche: Nach den Osterferien sollen sich Schüler in der Schule selbst testen. Die Tests werden zur Pflicht, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt.

Corona-Inzidenz entscheidet über Unterrichtsform

Kultusministerium führt Testpflicht an Schulen ein: Wie geht es nach den Osterferien in Bayern weiter?

  • vonCornelia Schramm
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  • Dirk Walter
    Dirk Walter
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In Bayern sind Osterferien. Das könnten den Schulen die dringend benötigte Zeit zur Konzeption einer Teststrategie bringen. Wie ist der Stand der Dinge?

München - Endlich Ferien: Im Angesicht steigender Inzidenzzahlen haben sich die Schulen in eine zweiwöchige Auszeit gerettet. Aber wie geht es ab dem 12. April weiter? Eine Vorschau.

Nach den Osterferien: Welche Regeln gelten?

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz* unter 100, findet an allen Schulen Wechsel- bzw. (bei genügend Abstand) Präsenzunterricht statt. Ist der Wert unter 50, starten nur die Grundschüler vor Ort vollzählig in den Unterricht. Sobald die Inzidenz bei über 100 liegt, dürfen wie gehabt nur die Abschlussklassen, zusätzlich aber auch die elften Klassen der Gymnasien und der FOS sowie die vierten Klassen der Grund- und Förderschulen im Wechsel unterrichtet werden.

Corona in Bayern: Sind Schnelltests Pflicht?

Ab 12. April sollen die Schüler zweimal pro Woche unter Aufsicht einen Selbsttest in der Schule machen - auch die Grundschüler, wogegen es Bedenken gibt. Verletzungsrisiko, Datenschutz, Schwierigkeiten bei der Anwendung - das moniert zum Beispiel der Elternbeirat der Münchner Grundschule an der Herrnstraße. Dennoch: Die Teilnahme empfiehlt Kultusminister Michael Piazolo (FW) dringend. Liegt der Wert bei über 100, wird die Teilnahme zur Pflicht.

Corona in Bayern: Welche Tests gibt es?

Zwei Hersteller (Roche und Siemens) liefern die Selbsttests*. Ein Erklärvideo gibt es unter km.bayern.de/selbsttests - das ist wohl einfacher, als 14 Seiten Anleitung zu lesen, die das Ministerium den Eltern geschickt hat.

Schulen und Coronavirus in Bayern: Wer wird wann getestet?

Die Tests werden - unter Protest aller Lehrerverbände - in den Schulen stattfinden. Das Gymnasium Starnberg hat einen Probelauf durchgeführt. „67 Klassen haben wir an zwei Tagen in der jeweils ersten Schulstunde durchgetestet“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Uta Lechner. Das habe zwar gut funktioniert, kostete jedoch Zeit.

Corona: Können Schüler den Test verweigern?

Da die Teilnahme am Präsenzunterricht an ein negatives Testergebnis geknüpft ist, darf ein Schüler ohne dieses keinesfalls erscheinen. Die Zustimmungsquote ist hoch, aber „100 Prozent werden wir wahrscheinlich nicht erreichen“, meint Uta Lechner vom Gymnasium Starnberg, wo 70 Prozent der Schüler am Testlauf teilnahmen. Eine individuelle Betreuung für die, die sich weigern, könne man nicht leisten. Auch Christoph Hagenauer, Schulleiter des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen, hofft, dass sich die Quote nach Ostern noch steigert. 88 Prozent der Schüler und Eltern haben bisher zugestimmt.

Was ist dann mit der Schulpflicht?

„Die Schulbesuchspflicht kann durch das Wahrnehmen schulspezifischer Angebote im Distanzunterricht erfüllt werden“, teilt das Ministerium mit. Ein Anspruch für die „Verweigerer“ bestehe aber nicht. „Den Kollegen will ich es nicht zumuten, doppelt zu beschulen“, meint Schulleiter Hagenauer vom Werdenfels-Gymnasium.

Corona in Bayern: Sind die Lehrer geimpft?

Grund- und Förderschullehrer sind auf Priorität zwei hochgestuft worden. Für die Lehrer weiterführender Schulen gilt das nicht. Allerdings sieht die Coronavirus-Impfverordnung vor, dass in Hotspot-Regionen auch andere Gruppen bevorzugt geimpft werden können - auch Realschul- oder Gymnasiallehrer. „Das findet in Nordost-Bayern auch statt“, sagt der Chef des Philologenverbands, Michael Schwägerl.

Was ist mit Notbetreuung?

Eine Grundschule im Raum Starnberg hat schon erklärt, sie werde nach Ostern keine Notbetreuung mehr anbieten - die Geldmittel seien „erschöpft“. Das ist nicht im Sinne des Ministeriums: Es erklärt, die Notbetreuung solle stattfinden, „soweit es die räumlichen und personellen Gegebenheiten zulassen“. (Dirk Walter, Cornelia Schramm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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