Pädophiler Priester kann strafrechtlich nicht mehr belangt werden

Bad Neustadt/Koblenz - Der sexuelle Missbrauch von Knaben im unterfränkischen Bad Neustadt/Saale vor mehr als 30 Jahren bleibt für den verdächtigten, heute 71 Jahre alten Priester ohne strafrechtliche Folgen.

“Anlass zur Aufnahme von Ermittlungen besteht nicht, weil die Vorwürfe in jedem Fall und eindeutig verjährt sind“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der mit dem Fall betrauten Staatsanwaltschaft Koblenz, Horst Hund, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Anfang Oktober war die Behörde informiert worden, dass sich der heute 71 Jahre alte Pater zwischen 1972 und 1976 in einem ordenseigenen Internat im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld an Schülern vergangen haben soll. Der Mann von der Ordensgemeinschaft Missionare von der Heiligen Familie hat die Taten mittlerweile gestanden und war danach sofort seines heutigen Amtes als Seelsorger in einem Altenheim in Nordrhein-Westfalen enthoben worden.

Seit Bekanntwerden der Vorfälle haben sich mehr als zehn Betroffene bei dem Orden mit deutschem Sitz in Mainz gemeldet. Wie viele Opfer darunter sind, ist nicht bekannt. Ende August hatte ein 50 Jahre alter Theologe und früherer Internatsschüler die Vorwürfe gegen den Pater erhoben und damit den Fall ins Rollen gebracht.

Die “Main-Post“ berichtete am Mittwoch unter Berufung auf den 50-Jährigen, die Zahl der Betroffenen, die damals etwa zehn Jahre alt gewesen sein sollen, liege “wahrscheinlich nicht unter 100“. Nach Aussagen des Theologen gibt es drei Gruppen: “Die, die missbraucht wurden, die, bei denen es versucht wurde und die, die den Missbrauch mitbekommen haben“, sagte der Mann dem Blatt.

Dem Zeitungsbericht zufolge wusste auch die Internatsleitung von der Kinderschändung. Ein Bub soll sich einem Mann anvertraut haben, der 1977 beruflich in dem Haus zu tun hatte. Dieser habe dann die Internatsleitung und das Rathaus von Bad Neustadt informiert. Das Internat war 1978 wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen worden.

dpa

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