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Papst Benedikt XVI. gratuliert seinem Bruder Monsignore Georg Ratzinger zum 85. Geburtstag.

Bewegter Benedikt XVI.

Papst-Bruder feiert Geburtstag mit Mozart

Rom/Regensburg - Privates ist im Leben des Papstes nicht vorgesehen. Das katholische Kirchenoberhaupt ist eine öffentliche Person, Kameras fangen jeden seiner Schritte außerhalb der vatikanischen Mauern ein.

Doch macht der derzeitige Papst Benedikt XVI. keinen Hehl daraus, dass er einen Bruder hat - Georg Ratzinger, der selbst als Leiter der weltberühmten Regensburger Domspatzen 30 Jahre im Rampenlicht stand. Beide verbindet seit jeher ein enges Verhältnis.

Zusammen wurden sie vor fast 60 Jahren zu Priestern geweiht, der eine hat den Lebensweg des andern stets mit Interesse verfolgt, gemeinsam verbringen sie noch heute ihren Urlaub. Und so war es für den Papst am Samstagabend eine Selbstverständlichkeit, beim Konzert der Regensburger Domspatzen zum 85. Geburtstag seines Bruders in der Sixtinischen Kapelle dabei zu sein.

Georg Ratzinger leitete den Knabenchor von 1964 bis 1994 und führte ihn in dieser Zeit zu Konzertreisen in alle Welt. Sein Nachfolger Roland Büchner, der die Vorliebe der Ratzinger-Brüder für die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart kennt, hatte die Idee, seinem Vorgänger die Große Messe in c-Moll für Soli, Chor und Orchester zum Geburtstag zu “schenken“. Weil der Papst bei dem Konzert aber unbedingt dabei sein wollte, mussten die Domspatzen nach Rom fliegen.

Für Georg Ratzinger ist sein Bruder “der Joseph“ geblieben, auch wenn er jetzt auf seine alten Tage Papst ist. “Es ist wie eh und je“, antwortet er auf Fragen, wie es ist, den Papst zum Bruder zu haben. Wie nahe sich die Priester-Brüder gerade im hohen Alter sind, wurde bei dem Geburtstagskonzert spürbar. Einträchtig saßen beide nebeneinander vor dem riesigen Michelangelo-Gemälde vom jüngsten Gericht und hörten die Musik ihres Lieblingskomponisten Mozart. Der Papst wollte “den lieben Georg“, wie er seinen Bruder in der Dankesrede ansprach, an diesem Tag ganz nahe bei sich haben.

Die Domspatzen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren ließen eine Stunde lang Mozarts Musik lebendig werden. Zusammen mit den Gesangssolisten Simona Saturová, Stella Doufexis, Robert Buckland und Wilhelm Schwinghammer sowie dem Orchester L'Orfeo bereiteten sie unter Leitung von Domkapellmeister Büchner “ihrem“ alten Chef das wohl schönste Geburtstagsgeschenk. Die Musizierfreude war den jungen Sängern nicht nur anzuhören, sondern auch anzusehen.

Die Regensburger Domspatzen sangen zum Geburtstag Georg Ratzingers in der Sixtinischen Kapelle. Papst Bendikt XVI. war sichtlich bewegt.

Benedikt XVI. und sein Bruder verfolgten das Konzert völlig in sich versunken, meist hatte sie die Augen geschlossen - es schien, als meditierten beide zur Musik Mozarts. Nach dem Applaus für die Domspatzen würdigte der Papst das kirchenmusikalische Wirken seines Bruders. Er erinnerte daran, dass er Mozarts c-Moll-Messe 1941 zum ersten Mal mit Georg in Salzburg gehört habe. “Obwohl ich damals ein ziemlich einfältiger Bub war, habe ich begriffen, dass wir mehr als ein Konzert erlebt hatten, dass es gebetete Musik, dass es Gottesdienst war“, sagte er.

In bewegenden Worten dankte der Papst anschließend seinem Bruder, “dass Du die Schönheit der Musik vermittelt und in die Welt getragen hast“. Und mit fast brüchiger Stimme bat er “den gütigen Gott, dass er Dir noch einige gute Jahre schenken möge“. An den Chor gewandt sagte er: “Euch, liebe Domspatzen, herzliches Vergelt's Gott“.

Paul Winterer, dpa

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