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Dieter K. ist weiter im Gefängnis.

Paris bleibt im Fall des entführten Dieter K. hart

Paris - Die Pariser Behörden bleiben im Fall des gewaltsam nach Frankreich entführten deutschen Arztes hart. Beschwerden der Bundesregierung gegen die Verhaftung des Mannes blieben bislang folgenlos.

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Der während seiner Entführung schwer misshandelte Dieter K. muss weiter in einem Pariser Gefängniskrankenhaus bleiben. Der 74 Jahre alte Mediziner war 1995 in Frankreich wegen fahrlässiger Tötung einer Jugendlichen in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Am vergangenen Wochenende hatte der Vater der 15-Jährigen den Deutschen nach Frankreich verschleppen lassen. Die offensichtlich von den Entführern alarmierte französische Polizei nahm den Deutschen fest.

Dieter K. droht nun innerhalb der nächsten Monate ein neues Verfahren. Neue Regeln in Frankreich sehen vor, dass die alte Strafe nicht vollstreckt werden darf. Die 15-jährige Kalinka hatte den Sommer 1982 mit ihrer Mutter und deren neuem Partner, dem Arzt, in Lindau am Bodensee verbracht.

Der Vater ist überzeugt, dass der Mediziner seine Tochter dort vergewaltigen wollte und ihr eine tödliche Spritze gab. Bei der Obduktion des Mädchens wurden Genitalverletzungen festgestellt. 1997 wurde Dieter K. auch in Deutschland wegen einer Sexualstraftat verurteilt. Ein Gericht in Kempten verhängte zwei Jahre Haft auf Bewährung gegen ihn, weil er eine 16-Jährige mit Schlafmitteln ruhig gestellt und vergewaltigt hatte.

Aus Pariser Justizkreisen hieß es am Freitag, der Fall sei rechtlich äußerst haarig. Auf der einen Seite drohe Selbstjustiz Schule zu machen, sollte dem Deutschen in Paris tatsächlich erneut der Prozess gemacht werden. Auf der anderen Seite stehe die französische Justiz unter dem Druck der Öffentlichkeit, die den Entführer als Helden feiere. Rechtlich verhalte sich die französische Justiz womöglich einwandfrei, wenn sie Dieter K. nicht freilasse. Sie habe ihn schließlich nicht entführen lassen.

Die deutsche Justiz hatte ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt im Fall der 15-jährigen Kalinka eingestellt. Sie lehnte ein französisches Auslieferungsgesuch daher ab. Mehrere europäische Gerichte hatten das französische Gerichtsverfahren kritisiert, weil der Angeklagte nicht anwesend war. Die Ablehnung der Auslieferung hindere Frankreich nicht daran, die Strafverfolgung gegen Dieter K. weiter zu betreiben, wenn sich die Gelegenheit dazu biete, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin.

Ein Sprecher betonte zugleich, dass man in der Vergangenheit mit dem wichtigen Partnerland im Bereich des Rechts immer reibungslos zusammengearbeitet habe. “Im Rahmen dieser vertrauensvollen bilateralen Zusammenarbeit sprechen wir dieses Problem an.“ Die deutsche Botschaft in Paris hat wegen des Falls bereits im französischen Außenministerium vorgesprochen.

Der Leiter der Konsularabteilung habe den Standpunkt der Bundesregierung dargestellt, sagte ein Sprecher. Diese fordert die Freilassung des Deutschen und die Einhaltung entsprechender Rechtshilfevorschriften. Das französische Außenministerium wollte sich nicht äußern.

dpa

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