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Parken am Bahnhof ist nicht immer kostenlos.

Wo man am Bahnhof blechen muss

Parken: Immer öfter müssen Pendler zahlen

München – Parken am Bahnhof ist zumeist kostenlos. Doch es gibt mehr und mehr Kommunen, in denen die Bahn Parkgebühren erhebt. Jetzt ist dies in Fürstenfeldbruck geplant.

Parkplätze gibt es fast an jedem MVV-Bahnhof, freilich nicht immer in ausreichender Zahl. Die Karte zeigt die Zahl der Parkplätze. Violett markiert sind die Bahnhöfe, an denen das Parken etwas kostet. Zum Vergrößern HIER KLICKEN.

Hallbergmoos, Petershausen, Murnau, Weilheim, Garmisch-Partenkirchen , München-Stadt sowieso – in einer Reihe von Gemeinden ist Parken am Bahnhof schon kostenpflichtig. Nun ist auch Fürstenfeldbruck an der Reihe. Dort hat die Bahn die Contipark Parkgaragen GmbH mit der Überwachung beauftragt. Eine Stunde kostet 50 Cent, ein Tag einen Euro, eine Woche fünf Euro und ein Monat 18 Euro. Die offizielle Begründung lautet, dass der Parkplatz durch Schüler eines nahen Schulzentrums benutzt werde und daher überfüllt sei. Derzeit sucht das Unternehmen „Aufsichtspersonal auf Basis eines Minijobs“.

Contipark managt die Parkplätze laut Eigenwerbung in über 400 Kommunen – auch in Österreich und Italien. Im Internet gibt es freilich auch Klagen über „Abzocke“ – demnach erhebt die Firma drastische „Vertragsstrafen“ und Halter-Ermittlungskosten in Höhe von 40 Euro und mehr, wenn die Parkzeit überschritten wurde – und sei es nur um fünf Minuten. Anwälte raten, solche Strafzettel zu ignorieren. Die Bahn hält dennoch an dem Unternehmen fest – kein Wunder, denn sie ist mit Contipark in einem Joint Venture („Bahnpark GmbH“) verbandelt.

Im Internet auf merkur-online.de gibt es schon erste Kritik: 18 Euro im Monat – das sind 216 Euro im Jahr – eine stattliche Summe, vergleichbar nur mit Parkplätzen im Stadtgebiet München, moniert ein Leser. Er listet auf, dass das Parken in Grafing (Kreis Ebersberg) für MVV-Abonnenten nur 75 Euro kostet. Eine Ermäßigung für MVV-Abonnenten ist in Fürstenfeldbruck indes nicht vorgesehen. Eine Garantie auf einen Parkplatz gibt es ohnehin nicht – ist das Parkareal voll, nutzt auch eine Jahreskarte nichts. Auch die regulären Gebühren sind in anderen Städten deutlich geringer: So erhebt die Gemeinde Murnau, die den Parkplatz selbst betreibt, nur 10 Euro Monatsgebühr. In Weilheim – auch dort ist der Parkplatz in Händen der Stadt – gibt es eine Jahreskarte für 100 Euro.

Ein Sonderfall ist Hallbergmoos (Kreis Freising). Dort wurde der Parkplatz in der Vergangenheit von dauerparkenden Fluggästen heimgesucht, sodass die Gemeinde reagierte. Sie beauftragte die Park & Ride GmbH, eine Tochter der Stadt München, mit der Entgelterhebung. Einen Tag Parken kostet jetzt 50 Cent, eine Monatskarte 7,50 Euro. Allerdings gibt es letzteres nur für Hallbergmooser.

Sonderkonditionen für Gemeinde-Bürger gibt es auch in Petershausen (Kreis Dachau). Sie dürfen ihr Auto umsonst am Bahnhofsparkplatz abstellen. Von den über 1000 Parkern täglich seien nur acht Prozent Petershausener, rechtfertigt dies Bürgermeister Günter Fuchs. Petershausen als S-Bahn-Endpunkt wird aus vielen nördlichen Gemeinden wie Reichertshausen oder Jetzendorf angefahren. Ein Angebot von Petershausen, für einen Gebühren-Verzicht sollten sich die Umland-Gemeinden im Gegenzug doch am Parkplatz-Unterhalt beteiligen, wurde abgelehnt. Trotz der Einnahmen: „Wir machen kein Geschäft“, beteuert der Bürgermeister.

Dirk Walter

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