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Eine Pferdekutsche fährt durch die Altstadt in Rothenburg ob der Tauber. Nach dem Willen der Stadt soll das Klappern der Pferdehufen in der mittelalterlichen Altstadt nun endgültig verstummen.

Parkverbot für Kutschen in Rothenburg

Rothenburg - Ärger wegen Pferdemist: Die bei Touristen beliebten Pferdekutschen dürfen nur noch außerhalb der historischen Altstadt von Rothenburg parken. Die Droschken-Fahrer sind erbost.

Im Streit um Pferdekutschen-Stellplätze in der Rothenburger Altstadt zeigt sich die Stadt weiter unnachgiebig. Die Altstadt bleibe als Parkplatz für die Droschken weiterhin tabu, beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend nach Angaben des Rechtsamts. Bei der Suche nach Kunden bleiben den Kutschenbesitzer nur die aus ihrer Sicht unattraktiven Plätze vor der Stadtmauer. Da sich dort kaum Touristen aufhalten, fürchten die Betreiber der Pferdedroschken um ihre Existenz.

Das stinkt

Der Stadtrat habe das Stellplatzverbot innerhalb der Altstadt unter anderem mit der Geruchsbelästigung von Anwohnern und Touristen begründet, berichtete Rechtsrat Michael Sommerkorn am Freitag. Die früheren Stellplätze seien stark mit Pferdemist und Urin verunreinigt gewesen. “Das hat ziemlich gestunken.“ Der Beschluss des Stadtrats sei einstimmig gefasst worden.

Ausgelöst hatte den Streits unter anderem der qualvolle Tod eines Pferdes im August 2009. Der Stadtrat hatte damals nach kritischen Reaktionen von Tierschützern einen Imageverlust der Stadt befürchtet. Kutschfahrten durch die Altstadt bleiben dagegen auch weiterhin erlaubt - allerdings nur auf einer von der Stadt festgelegten Route.

Ortstermin für die Richter

Die Kutschenbetreiber wehren sich seit Monaten vor Gericht gegen diese Einschränkung. In einem Eilverfahren war zuletzt sogar der Bayerische Verwaltungsgerichtshof mit dem Streit befasst. Er hat dabei zunächst die von der Stadt vorgeschlagene Altstadt-Route gebilligt. Eine Entscheidung im Hauptverfahren steht aber noch aus. Für den 28. Juli haben die Richter einen Ortstermin in Rothenburg angesetzt.

dpa

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