Passanten brutal verprügelt - Prozess

Nürnberg - Eine wahre Gewaltorgie wirft die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth einem 25-Jährigen vor, der sich von diesem Dienstag an vor dem Landgericht verantworten muss.

Er habe völlig grundlos versucht, einen Passanten auf die U-Bahngleise zu stoßen, heißt es in der Anklage. Außerdem habe der Mann brutal auf sein Opfer eingeprügelt. Auch bei einer früheren Gelegenheit soll er einen Rivalen und dessen Begleiterin “wie einen Fußball“ getreten haben. Wegen Körperverletzung und versuchten Totschlags sind zunächst drei Verhandlungstage vorgesehen.

Der erste Gewaltausbruch ereignete sich den Angaben zufolge am 14. Dezember 2008. Zusammen mit zwei Begleitern hatte der mutmaßliche Täter nach einem Discobesuch einen Rivalen verfolgt, auf diesen eingeprügelt und eine Zigarette auf dessen Wange ausgedrückt. Auch auf eine Freundin des Opfers, die sich schützend dazwischen stellte, trat er laut Staatsanwaltschaft “wie auf einen Fußball“ ein. Zuletzt habe er versucht, sein Opfer mit einer abgeschlagenen Bierflasche zu verletzen.

Ein Jahr später, am 4. Dezember 2009, der nächste Exzess: Nachdem ein in der U-Bahnstation wartender Mann die Frage nach Feuer verneinte, stieß der mutmaßliche Täter sein Opfer unvermittelt Richtung Bahnsteigkante und schlug sofort zu. Im sich daraufhin entwickelnden Kampf versuchte der Angeklagte nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrfach, sein Opfer auf die Gleise sowie vor eine einfahrende U-Bahn zu werfen.

Erst als ein weiterer Passant hinzukam, ließ der Täter von dem damals 35-Jährigen ab. Dieser kam mit Prellungen, Platzwunden, einem Nasenbein- und einem Augenhöhlenbruch ins Krankenhaus und litt wochenlang an Sehstörungen und starken Kopfschmerzen. Die Polizei identifizierte den Angeklagten letztlich mit Hilfe eines zurückgelassenen Strohhutes mit DNA-Spuren, den Mitschnitten aus der Überwachungskamera und den Handy-Verbindungsdaten.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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