Betrügerfamilie muss ins Gefängnis

Passau - Der Prozess dauerte ganze 13 Monate. Am Ende stand fest: Die Angeklagten, ein Vater und seine beiden Söhne, müssen ins Gefängnis - wegen Immobilien-Betrugs.

Das Landgericht Passau hat nach 13 Monaten Verhandlungsdauer einen Vater und seine beiden Söhne wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs mit Immobilien zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Während der 53-Jährige wegen des Schwindels mit Eigentumswohnungen siebeneinhalb Jahre in Haft muss, erhielten seine beiden 26 und 27 Jahre alten Söhne Strafen von vier Jahren und drei Monaten beziehungsweise fünf Jahren und drei Monaten.

Wie Gerichtspräsident Michael Huber am Freitag berichtete, handelte es bei dem seit mehr als einem Jahr laufenden Verfahren um den bislang längsten Prozess des niederbayerischen Landgerichts. Insgesamt gab es 37 Verhandlungstage, es wurden 82 Zeugen und 10 Sachverständige vernommen. Zudem wurden von der Jugendkammer, die wegen des jüngsten Sohns zuständig war, Geldbewegungen auf 240 Bankkonten und kiloweise Akten ausgewertet. Das Urteil wurde bereits am Donnerstag verkündet.

Der durch die Familie angerichtete Gesamtschaden belief sich auf fast 670 000 Euro, der Gesamtumsatz bei den Wohnungsverkäufen ging in die Millionen. Die Angeklagten sollen an 15 Geschädigte überteuerte Immobilien - meist aus dem Raum Straubing - verkauft haben. Dabei halfen auch Vermittler, die zum Teil schon zuvor verurteilt wurden. Der Richter bezeichnete die für die Verurteilung herangezogenen 15 Fälle als „Spitze des Eisbergs“. Ursprünglich waren fast doppelt so viele Fälle angeklagt.

dpa

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