Corona-Impfung
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Ein Hausarzt aus Bayern spricht sich für die Impfung von Kindern aus. Die Pandemie verglich er mit einem Krieg (Symbolbild).

Aufklärung zu Impfungen wichtig

Bayerischer Hausarzt vergleicht Corona mit Krieg - und befürwortet Kinder-Impfung: „Unsere einzige scharfe Waffe“

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
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Ein Hausarzt aus Bayern wählte drastische Worte: Er verglich Corona mit einem Krieg. Der Mann aus Plattling erklärte außerdem, warum er eine Impfung von Kindern befürwortet.

Plattling - Hausarzt Andreas Deiml aus dem niederbayerischen Plattling (Landkreis Deggendorf*) ruft zur Impfung gegen Corona* auf. Im Interview mit der Passauer Neuen Presse (PNP) verglich er die Pandemie* mit einem Krieg.

Corona in Bayern: Herdenimmunität? „Nicht auf dem richtigen Weg“

Die Impfungen* seien aktuell kein Selbstläufer mehr, so Deiml. Herdenimmunität sei schwer zu erreichen: „Wenn man nach der Definition geht und eine Impfquote von über 80 Prozent erreichen will, dann sind wir momentan nicht auf dem richtigen Weg“, warnt er im PNP-Interview. Weitere Aufklärung sei dafür nötig. Er selbst spreche mit vielen Patienten und betreibe Aufklärung. „Und ich habe da bei einigen schon Erfolg gehabt“, freut er sich. Man sollte mit den Menschen sprechen, um Vorurteile und Irrtümer aus dem Weg zu räumen, fordert er. „Bei meinen Patienten gibt es einerseits totale Impfverweigerer und andererseits Zauderer. Die Verweigerer erreicht man fast nicht, das sind aber vielleicht nur zehn Prozent aller Patienten. Bei den Zauderern lohnt es sich, Überzeugung zu leisten und Aufklärungsarbeit zu betreiben.“

Die Nachfrage nach Impfungen sei aktuell aber nicht mehr so hoch, wie noch zu Beginn. In seiner Praxis wurde in letzter Zeit zwar noch viel geimpft, dabei handelte es sich aber hauptsächlich um Zweitimpfungen, wie Deiml im Interview mit der PNP weiter berichtet.

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Corona in Bayern: Hausarzt erläutert, warum Kinder geimpft werden sollten

Mit Blick auf Impfungen von Kindern spricht der Hausarzt aus Plattling, rund 60 Kilometer von Passau* entfernt, die unterschiedlichen Diskussion zu diesem Thema an. „Es gibt die einen, die sagen, es gebe viel zu wenig belastbare Zahlen, was Kinder betrifft. Das ist richtig. In der Medizin werden Kinder nicht wie kleine Erwachsene behandelt. Richtig ist auch, dass Kinder offensichtlich ein besseres Abwehrsystem haben.“ Wissenschaftlich gesichert sei außerdem, dass man als Doppelt-Geimpfter (zum Beispiel mit dem Impfstoff von Biontech*) das Virus nur zu fünf Prozent bekommen und weitergeben kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ungeimpftes Kind das Virus weiterverbreitet, sei wesentlich höher als bei einem zweifach Geimpften. „Deswegen bin ich schon der Meinung, dass man Kinder impfen sollte“, sagte er im PNP-Interview weiter.

Corona: Hausarzt aus Bayern wird deutlich - „In meinen Augen befinden wir uns in einem Krieg“

Auf die Nachfrage „Warum“, wird Deiml deutlich: „In meinen Augen befinden wir uns in einem Krieg. Und im Krieg hat man nicht zehn Jahre Zeit, um eine Waffe auszuprobieren. Die setzt man ein, sobald sie fertig ist. Sonst ist der Feind da und macht einen kaputt.“ Die Impfung sei im Moment „unsere einzige scharfe Waffe und da wüsste ich nicht, wieso man die nicht einsetzen sollte“, sagt er der PNP. Man habe aktuell einfach keine andere Möglichkeit. Zumal Kinder in den Schulen sehr lange und nah beieinander sitzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus weitergegeben werde und die Schüler es mit nach Hause bringen, sei höher. Man könne eine Impfung von Kindern ab zwölf Jahren diskutieren, gibt er zu, doch der Plattlinger Hausarzt befürwortet sie eindeutig. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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