Andreas Scheuer (CSU) wollte dem Personal im Klinikum Passau „eine kleine Freude zu Weihnachten“ machen: Aber sein Geschenk kam nicht gut an - und zu ihm zurück.
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Andreas Scheuer (CSU) wollte dem Personal im Klinikum Passau „eine kleine Freude zu Weihnachten“ machen: Aber sein Geschenk kam nicht gut an - und zu ihm zurück.

Dankeschön für Mitarbeiter

Geschenk geht nach hinten los: Klinikmitarbeiter knallt Scheuer Plätzchen vor die Tür - „Total unpassend“

  • Moritz Bletzinger
    vonMoritz Bletzinger
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3000 Plätzchen fürs Klinikum Passau. Die Weihnachts-Geste von Andreas Scheuer (CSU) kam in seiner Heimatstadt nicht gut an. Mit deutlichen Worten ging das Geschenk zurück.

  • Andreas Scheuer (CSU) schenkt dem Klinikum Passau 3.000 Plätzchen.
  • Die Geste schmeckt den Pflegekräften allerdings überhaupt nicht.
  • Personalrat-Chef Kindermann brachte seine Tüte direkt wieder zurück und schimpft über das unpassende Geschenk.

Passau - Was sollen wir denn damit? Hat sich ein Teil des Personals im Klinikum Passau offenbar gedacht. Andreas Scheuer (CSU*) hatte 3.000 Plätzchen vorbeigebracht. Aber das Weihnachtsgeschenk kam, gelinde gesagt, gar nicht gut an. Und landete teilweise zurück beim Absender.

Klinikum Passau gibt Scheuer-Geschenk zurück: Die Nase voll von Symbolpolitik

Personalrat-Chef Rüdiger Kindermann tobt über die für ihn total unpassende Geste. Seine Tüte voller Plätzchen hat er vor dem CSU-Büro abgestellt. Einen Brief an den Verkehrsminister und Passauer Stadtrat* Scheuer hinterließ er auch. „Plätzchen helfen den überlasteten Pflegekräften nicht“, sagt Kindermann dem Bayerischen Rundfunk.

„Alle klatschen, im Bundestag wird gelobhudelt, aber bei den letzten Tarifverhandlungen ist uns keiner entgegengekommen“, schimpft der Pfleger, er habe die Nase voll von Symbolpolitik. Dass er das Gebäck wieder zurückgegeben hat, sei in der Belegschaft sehr gut angekommen.

Pflege nicht erst seit Corona-Krise überlastet: Passauer Personalrat fordert Reform statt Plätzchen

Die Pflegekräfte hätten während der Schicht ohnehin keine Zeit, Plätzchen zu essen, schimpft Kindermann. Nicht erst seit Beginn der Corona*-Pandemie sei das Klinik-Personal chronisch überlastet. Aktuell droht die Lage immer mehr zu entgleisen. Lob und freundliche Gesten sind die Angestellten leid - zumindest wenn sie leer bleiben.

Es braucht eine Reform für die Pflege, moniert Kindermann in seinem Schreiben unter anderem. Ein neuer Personalschlüssel müsse her, der den Personalbedarf auf den tatsächlichen Pflegebedarf der Patienten abstimme. „Nur damit ist die jahrzehntelange Überlastung der Pflegekräfte zu beenden.“

Andreas Scheuer (CSU) fliegt Geste um die Ohren: Verkehrsminister findet es schade

Andreas Scheuer ist vom wütenden Echo getroffen. Er fände es schade, dass das Geschenk nicht bei allen Mitarbeitern gut ankam, beteuert er dem BR. „Es sollte eine Geste sein, ein völlig unpolitisches Dankeschön für die harte und wertvolle Arbeit. Ich wollte damit eine kleine Freude zu Weihnachten machen“, erklärt Scheuer.

Wie Scheuer gegenüber dem Münchner Merkur ergänzte, sei lediglich ein Plätzchenteller zurückgeschickt worden. „Ich wünsche dem Herrn Kindermann viel Liebe zu Weihnachten“, so Scheuer weiter.

Der CSU-Politiker veranstaltet jedes Jahr ein Fest für Ehrenamtliche in Passau. 2020 fiel die Veranstaltung wegen der Corona-Krise allerdings aus. Deshalb habe sich Andreas Scheuer entschieden, Plätzchen backen zu lassen. Dafür wurde das sonst übliche Fest-Budget eingesetzt. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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