Corona-Impfung für alle

Ehemaliger Corona-Hotspot zündet Impf-Turbo: Wie schafft die bayerische Stadt dieses Ergebnis?

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Eine bayerische Stadt war im letzten Jahr Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1. Jetzt gibt sie beim Thema Impfung Gas. Wieso geht es so schnell voran?

Passau - Lange Zeit war Passau* eines der Corona*-Sorgenkinder im Freistaat. Die Drei-Flüsse-Stadt* hatte zeitweise eine Sieben-Tage-Inzidenz von fast 600. Damit war die Stadt nahe der österreichischen und tschechischen Grenze Spitzenreiter in Deutschland. Doch das Blatt scheint sich mittlerweile gewendet zu haben - es gibt gute Nachrichten.

Erst Corona-Hotspot, nun Impf-Turbo: So hat sich die Lage in Passau entwickelt

Die Impfquote beträgt aktuell 42,3 Prozent (Stand 23. April). Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt vom Freitag hervor. Passau hatte schon tags zuvor angekündigt, dass Bürger ab nächster Woche frei geimpft werden können. „Die von der Coronavirus-Impfverordnung festgelegte Reihenfolge im Stadtgebiet wurde entsprechend berücksichtigt, so dass mittlerweile allen priorisierten Impfwilligen, die sich registriert haben, ein Impfangebot* gemacht werden konnte“, hieß es. Ab kommender Woche kann sich deshalb jeder aus Passau über 16 für eine Impfung* im Impfzentrum registrieren.

„Es freut mich ganz besonders, dass wir nun die Impfmöglichkeit* für alle impfwilligen Bürgerinnen und Bürger eröffnen können. Unser Ziel ist, dass bis zum 30.06.2021 mindestens 35.000 Personen im Stadtgebiet ihre Erstimpfung erhalten haben. Daher möchte ich alle ermuntern, sich für eine Impfung* zu registrieren, weil das derzeit der einzige vernünftige Weg ist, eine Annäherung an die frühere Normalität zu erreichen.“, wird Oberbürgermeister Jürgen Dupper in der Pressemitteilung zitiert.

Corona-Impfungen in Passau: So zügig kommt die Stadt nahe der Grenze zu Österreich und Tschechien voran

Von Beginn der Impfkampagne an wurden „entsprechend der verfügbaren Impfdosen Termine an über 80-jährige Personen, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches Personal vergeben“, heißt es. Damit konnte zügig ein guter Fortschritt erzielt werden. Anfang März war die Priorisierungsgruppe 1 weitestgehend abgeschlossen.

Es folgten die Priorisierungsgruppen 2 und 3. Für letztere erfolgte der Startschuss nach Ostern, „nachdem in der Karwoche ein Aufruf zur Registrierung an diesen Personenkreis ergangen war. Allein 6.300 Bürgerinnen und Bürger zwischen 60 und 69 Jahren wurden persönlich angeschrieben.“ Mitarbeiter:innen des Lebensmitteleinzelhandels und von Drogerien, die ebenfalls zu dieser Gruppe gehören, wurden auch zur Impfung aufgerufen. Außerdem konnten sich Personen mit verschiedenen anderen Merkmalen wie z. B. Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur oder Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen in der Priorität 3 impfen lassen.

Seit 4. April können auch in regulären Arztpraxen Corona-Impfungen durchgeführt werden, was einen zusätzlichen Baustein im Kampf gegen die Corona-Pandemie darstellt, wie die Stadt mitteilte. Ein weiterer Grund für den guten Fortschritt in der Drei-Flüsse-Stadt könnten die zusätzlichen 1600 Impfdosen für die Grenzregionen gewesen sein.

Corona-Impfaktion in Passau - Inzidenz weiter über 100

Kürzlich gab es in Passau auch eine Impfaktion. An einem Wochenende Anfang April konnten alle Freiwilligen über 60 Jahre eine Impfung gegen Corona erhalten. Sie brauchten nur zum Impfzentrum zu kommen.

Nach wie vor ist die Inzidenz in Passau aber über dem Grenzwert von 100. Am Sonntag vermeldete das Robert-Koch-Institut* eine Sieben-Tage-Inzidenz* von 130,7. Am Freitag betrug sie ebenfalls 130,7, am Donnerstag lag der Wert bei 117,4. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/dpa-Bildfunk

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