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Corona in Passau: Arzt stellt Hunderte falsche Atteste aus - Busfahrer deckt den Betrug zufällig auf

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Von: Franziska Konrad

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Stadt Passau.
Der ehemalige Super-Hotspot Passau kann langsam aufatmen. © Armin Weigel/DPA

Als eine der ersten Städte in Bayern verhängte der ehemalige Super-Hotspot Passau harte Corona-Maßnahmen. Diese zeigen nun nach und nach ihre Wirkung.

Update vom 17. Dezember, 12.28 Uhr: In dem Fall mit dem Passauer Arzt, der zahlreiche Menschen per Attest von der Maskenpflicht befreit hat, kam jetzt heraus, dass er auch Befreiungen Personen aus ganz Deutschland erstellt hat.  „Das ist natürlich auffällig, wenn Leute aus dem Bundesgebiet Atteste von einem Passauer Arzt bekommen“, sagte Oberstaatsanwalt Walter Feiler am Donnerstag in Passau*.

Die Polizisten stehen jetzt vor einem Berg an Arbeit. Etwa 1000 Atteste muss eine Ermittlergruppe der Kriminalpolizei jetzt auswerten. Darunter viele Befreiungen für Schulkinder und Personen aus der Region. Die Staatsanwaltschaft rechnet mit schwierigen und langwierigen Ermittlungen. Es müsse bei jedem Attest überprüft werden, ob die Person tatsächlich untersucht worden ist oder es sich um eine pauschale Befreiung handelt. Das könne drei bis vier Monate in Anspruch nehmen, so Feiler. „Die Ermittlungen könnten sich noch ausweiten, weil sich eventuell auch die Patienten strafbar gemacht haben.“

Corona: Passauer Arzt soll zahlreiche falsche Atteste ausgestellt haben

(Erstmeldung) Passau - Mehrere hundert falsch ausgestellte Atteste zur Befreiung der Maskenpflicht: Das wird einem Passauer Arzt vorgeworfen. Die Polizei kam dem Mediziner durch einen Busfahrer auf die Schliche.

Corona in Passau: Arzt stellte Hunderte falsche Atteste zur Befreiung der Maskenpflicht aus

Der zweifelte laut Passauer Neue Presse bereits im Oktober die Echtheit eines Attests zur Befreiung der Maskenpflicht an, dass ihm eine Schülerin vorzeigte - und informierte die Polizei. Bald darauf leitete die Passauer Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein.

Heute ist klar: Der Instinkt des Busfahrers war goldrichtig. Inzwischen ermittelt die Kripo in über 70 Verdachtsfällen. Am Mittwochvormittag wurde laut Polizei die Praxis des Passauer Arztes durchsucht.

Corona in Passau: Polizei durchsucht Arztpraxis - Mediziner droht harte Strafe

Dabei wurden etwa Patientenunterlagen, Laptops und Computer sichergestellt. Die beschlagnahmten Beweise werden von den Beamten nun ausgewertet.

Sein unerlaubtes Handeln bleibt für den Mediziner nicht ohne Folgen: Ihm drohen wegen Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse bis zu zwei Jahre Haft - oder eine Geldstrafe.

Die Corona-Lage hat sich währenddessen im ehemaligen Super-Hotspot Passau weiter verbessert. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilt, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz* dort inzwischen bei 217, 28. Der Wert ist somit mehrere Tage infolge gesunken.

Corona in Passau: Sieben-Tage-Inzidenz weiter gesunken

Die strengen Corona-Maßnahmen, welche Passau aufgrund der hohen Infektionszahlen Ende November beschlossen hatte, scheinen somit Wirkung zu zeigen. Innerhalb der letzten 24 Stunden sind bei der Stadt 18 Neuinfektionen mit Covid19 eingegangen. Aktuell sind im Stadtgebiet insgesamt 242 Menschen mit dem Virus infiziert.

Ab Mittwoch ist komplett Bayern wieder im harten Corona-Lockdown. Welche Regeln dann gelten, welche Geschäfte geöffnet bleiben und was zu Weihnachten und Silvester erlaubt ist, erfahren Sie hier. Und in einer Karte* bieten wir Ihnen die aktuellen Fallzahlen im Freistaat. *tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. (kof)

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