Passau wagt seit Beginn der Corona-Pandemie wieder eine Großveranstaltung
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Passau wagt seit Beginn der Corona-Pandemie wieder eine Großveranstaltung: Hier Bilder vom Aufbau für das diesjährige „Herbstvergnügen“.

Schausteller hatten sich mehr erhofft

Passau wagt sich an Volksfest: Mit 2G und strengen Regeln ist das „Herbstvergnügen“ gestartet

  • Thomas Eldersch
    VonThomas Eldersch
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Es ist Volksfestzeit in Passau. Trotz steigender Infektionszahlen und zunehmender Belegung der Klinik mit Covid-Patienten, startet jetzt das „Herbstvergnügen“.

Passau - Die Drei-Flüsse-Stadt im Osten Bayerns hatte es während der Corona-Pandemie* nicht leicht. Anfang des Jahres war Passau noch der Corona-Hotspot in Deutschland. Harte Maßnahmen - wie das Aussperren der Tagestouristen - waren die Folge. Jetzt hat sich die Lage etwas entspannt. Mit einer Inzidenz von 63 (RKI, 5. September) liegt man zwar noch unter dem bayerischen Durchschnitt von 75,9, aber die Belegung des Klinikums Passau* mit Covid-Patienten hat in den vergangenen Tagen massiv zugenommen. Dennoch wagte die Stadt jetzt erstmals wieder ein Stück Normalität.

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„Herbstvergnügen“ in Passau: 2G-Regel und begrenzte Besucherzahl

Am Freitag begann auf dem Messegelände im Südwesten der Stadt das Volksfest „Herbstvergnügen“. Die erste Großveranstaltung seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Obwohl das Programm ein wenig zusammengeschrumpft wurde - zum Beispiel wird dieses Jahr auf Bierzelte verzichtet - durften rund 50 Schausteller ihre Betriebe aufbauen. Neben Autoscooter, Breakdance und Alpenrausch gibt es natürlich auch die obligatorischen Spiel- und Schießbuden. Verpflegt werden die Gäste in den Biergärten mit den typischen Schmankerln wie Hendl, Brezn und Bier. Allerdings kommen nicht alle Passauer in diesen Genuss.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper (Mitte) freut sich über die Eröffnung mit (v. r.) Wirtschaftsreferent Werner Lang, 2. Bürgermeister Andreas Rother, Evi Streifinger als Vertreterin der Schausteller, der weiteren Vertreterin des Oberbürgermeisters Erika Träger, dem Dultbeauftragen Hans-Jürgen Bauer und Maximilian Lindinger von der Dienststelle Veranstaltungen.

Auf dem gesamten Gelände gilt die 2G-Regel für Erwachsene. Also alle Besucher über 18 Jahren müssen vollständig geimpft oder genesen sein. Außerdem dürfen maximal 1500 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände sein. Die Biergärten dürfen maximal für 400 Gäste eindecken. Grund für die angezogene Handbremse sind steigende Fallzahlen durch Reiserückkehrer. „Damit die, die hergehen, entspannte Stunden haben können. Es ist kein verstecktes Hintreiben zum Impfen, weil wir mit der Impfquote in Passau* eh zufrieden sein können“, sagte OB Jürgen Dupper (SPD) dem BR.

„Herbstvergnügen“ in Passau: Schausteller würden 3G bevorzugen

Dupper freut sich gleich doppelt, dass es mit dem „Herbstvergnügen“ geklappt hat. „Es ist ein kleiner Jahrmarkt. Im Mittelpunkt steht das Vergnügen für Familien. An zweiter Stelle: Die Möglichkeit für Schausteller und Stand-Leute, dass sie ihrer Arbeit nachgehen können, was sie eineinhalb Jahre nicht machen konnten“, verriet er dem BR.

„Haben Sie den Stein gehört, der gefallen ist? Wir sind froh, wieder arbeiten zu dürfen im gewohnten Umfeld und das zu tun, was wir können.“

Eva Sreifinger, Sprecherin der Passauer Schausteller und Marktleute

Die Schausteller sind zwar froh darüber, endlich wieder ihrer Arbeit nachgehen zu können. Die 3G-Regel hätten sie allerdings lieber gehabt, gibt Eva Streifinger, Sprecherin der Passauer Schausteller und Marktleute, gegenüber dem BR ganz offen zu. „Aber wir sind zuversichtlich, dass die Zahlen übers Wochenende sinken und dann schauen wir weiter.“ Die Erleichterung, dass es jetzt endlich wieder losgehen kann, ist ihr jedenfalls anzuhören. „Haben Sie den Stein gehört, der gefallen ist? Wir sind froh, wieder arbeiten zu dürfen im gewohnten Umfeld und das zu tun, was wir können. Wir wollten jetzt mit etwas Ruhigem anfangen. Was anderes wäre ja gar nicht möglich. Das ist ein guter Start.“

Noch bis Sonntag, 19. September, können Gäste in Passau nach langem mal wieder Volksfestluft schnuppern. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 12 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag von 12 bis 22 Uhr sowie sonntags von 10 bis 21 Uhr. Vielleicht verirrt sich ja auch der eine oder andere Münchner in die Stadt an der Donau. Da man in der Hauptstadt auch dieses Jahr auf das größte Volksfest der Welt, die Wiesn, verzichten muss, wäre das „Herbstvergnügen“ wenigstens ein kleines Trostpflaster. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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