Nähe zu Österreich wohl ein Problem

Passau ist Corona-Hotspot: Diese Regeln gelten jetzt - OB nennt Minimalziel

  • Marc Beyer
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In Passau greifen nach dem Anstieg des Sieben-Tage-Inzidenzwertes auf über 500 härtere Einschränkungen. Der Oberbürgermeister hat sich eine Grenze gesetzt, die es zu unterschreiten gilt.

  • Nach dem Landkreis Hildburghausen hat auch die Stadt Passau eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 500.
  • Nun gelten Ausgangsbeschränkungen und weitere verschärfte Corona-Regeln.
  • Ein großes Problem könnte die Nähe zu Österreich sein, wo der Wert noch höher liegt.

München - Seit Sonntag leuchtet Passau in Pink. Als erst zweite Region in Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI)* der Stadt die Signalfarbe verpasst. Pink gibt es ab einem Sieben-Tage-Inzidenzwert* über 500. Mit 537,8 wird Passau nur vom Thüringer Landkreis Hildburghausen (579,1) übertroffen.

Nun gelten strenge Regeln. Seit Samstag ist eine Ausgangsbeschränkung in Kraft, nur noch „aus triftigem Grund“ darf die Wohnung verlassen werden. Triftig heißt: Einkaufen, Arzt- und Verwandtschaftsbesuche sind erlaubt. Einkäufe für den täglichen Bedarf und für Weihnachten sind ebenso möglich wie ein Besuch beim Friseur. „Was jetzt geöffnet ist, bleibt geöffnet“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Dupper.

Passau ist Corona-Hotspot: Alkoholverbot und Wechselunterricht verordnet

Aber auf öffentlichen Plätzen gilt ein Alkoholverbot, für die Schulen verordnete die Stadt Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 mit Ausnahme von Abschlussklassen. Auf Versammlungen besteht Maskenpflicht. Essen, Trinken oder Rauchen sind dabei tabu. Es gilt eine Begrenzung auf 60 Minuten.

Nach den ersten Eindrücken halten sich die Passauer an die Regeln. Weder am Samstag zur Einkaufszeit noch in der folgenden Nacht musste die Polizei wegen Verstößen eingreifen. Die Fußgängerzone war am Vormittag schwach besucht.

Maskenpflicht und weitere Verordnungen: In Passau wird die nächste Stufe der Corona-Maßnahmen gezündet.

Passau ist Corona-Hotspot: FFP2-Maske und Schnelltest sind Pflicht für Heimbesucher

Überraschend kamen die Maßnahmen nicht mehr. Seit Tagen sind die Zahlen stetig gestiegen. Vor allem in Senioren- und Behinderteneinrichtungen häuften sich zuletzt die Infektionen bei Bewohnern und Pflegekräften. Die Besuchsregeln wurden deshalb massiv verschärft: Ab diesem Montag muss jeder Besucher eine FFP2-Maske tragen und vor Ort einen Schnelltest* machen.

Ohnehin ist die Region schwer getroffen. Auch die Landkreise Passau, Freyung-Grafenau und Regen hatten in jüngster Zeit massiv steigende Werte verzeichnet. Zudem dürfte die Nähe zu Österreich eine Rolle spielen. Von Passau ist es nicht weit in den Bezirk Rohrbach, wo die Sieben-Tage-Inzidenz vor der Verhängung strenger Beschränkungen Mitte November auf über 1600 gestiegen war. Aktuell liegt sie bei 654,3.

In Passau hofft man, dass die Maßnahmen bis Ende der Woche Wirkung zeigen. Ab einem Wert von 300 könnte man die Fesseln lockern. Diese Marke, sagt Dupper, „ist das Mindeste, was man unterschreiten sollte“. (Marc Beyer) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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