Mitarbeiter vom Bayerischen roten Kreuz nehmen an einem Corona-Testzentrum einen Abstrich.
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An den Testzentren an Autobahnen in Bayern herrscht reger Betrieb. Ein Arzt prangert nun die dortigen Zustände an (Archivbild)

Arbeit in Zwölf-Stunden-Schichten

An Corona-Teststätte: Bayerischer Arzt kassiert 3000 Euro am Tag - aber die Arbeit machen andere

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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Urlaubsrückkehrer können sich an der Raststätte Donautal-Ost an der A3 nahe Passau auf das Coronavirus testen lassen. Ein Arzt prangert nun die dortigen Zustände an.

  • In Bayern können sich Urlaubsrückkehr an Corona*-Teststationen an Autobahnen testen lassen.
  • Ein Arzt, der an einer Raststätte an der A3 tätig ist, kritisiert nun die dortigen Zustände. Die Arbeitsbelastung sei extrem - und die ehrenamtlichen Helfer gingen leer aus.
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Passau - An den Corona-Teststationen in Bayern herrscht nun in der Urlaubszeit reger Betrieb. Zahlreiche Urlaubsrückkehrer lassen sich dort auf das Coronavirus* testen - unter anderem an der Raststätte Donautal-Ost an der A3 nahe Passau.

Ein Arzt aus der Region kritisiert laut PNP nun allerdings das Lohngefälle, das dort vorherrscht. Während Ärzte bis zu 250 Euro pro Stunde bekommen, gehen andere Helfer leer aus. Hart ist die Arbeit dort sowohl für Mediziner als auch für freiwillige Helfer: In Zwölf-Stunden-Schichten machen sie an der Autobahn-Raststätte Reihentestungen.

Corona-Teststätte: Bayerischer Arzt prangert Zustände an - Helfer gehen leer aus

Doch während der Allgemeinarzt, der das dortige Lohngefälle anprangert, für seine Zwölf-Stunden-Schicht rund 3000 Euro verdient, gehen die rund 40 ehrenamtlichen Helfer leer aus. Sie arbeiten „für ein ‚Vergelt’s Gott‘ und eine Brotzeit“, gibt der Arzt gegenüber der PNP (Artikel nur für registrierte Nutzer lesbar) an.

Der Arzt, der aus dem Landkreis Regen kommt, erhält einen Stundenlohn von 250 Euro. „Das ist eine völlige Verschwendung von Steuergeldern“, kritisiert er. Sein Honorar möchte er nicht behalten, sondern spenden. Wie der Mediziner weiter ausführt, werde die Hauptarbeit von Ehrenamtlichen geleistet. Freiwillige des Bayerischen Roten Kreuzes, der Malteser, DLRG, Berg- und Wasserwacht sowie des Technischen Hilfswerks würden teilweise sogar ihre Freizeit opfern.

Passau: Arzt klagt extreme Arbeitsbedingunen an Coronavirus-Teststätte an der A3 an - Viele ehrenamtliche Helfer

Laut dem Arzt seien die Arbeitsbedingungen extrem. „Hut ab vor den freiwilligen Helfern, die sich in ihrer Freizeit uneigennützig den Strapazen einer Zwölf-Stunden-Schicht unterziehen“, sagt er. Gearbeitet werde mit Schutzanzug, Maske, Schutzbrille und Gesichtsschild. Die Abstriche werden zumeist von den Ehrenamtlichen durchgeführt.

In ganz Bayern würden Ärzte für ihre Mithilfe bei Reihentestungen 200 Euro Stundenlohn bekommen – an Wochenenden und Feiertagen sogar 250 Euro, so der Mediziner. „Die Ärzte vor Ort arbeiten im Rahmen einer Reihentestung entsprechend den mit der KVB für Reihentestungen vereinbarten Vergütungen“, gab eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums gegenüber der PNP an. Die Finanzierung der Testzentren an Flughäfen, Autobahnen und Hauptbahnhöfen erfolge mit Haushaltsmitteln aus dem Sonderfonds „Corona-Pandemie“. (nema)

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Corona-Ärger aus einer anderen Region im Freistaat: Keine Maske und kein Mindestabstand - Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) hat deshalb nun den Unmut vieler Menschen zu spüren bekommen.

In Passau kam es außerdem zu einem größeren Polizeieinsatz wegen eines „möglichen Bedrohungsszenarios“. Vor einer Examensprüfung wurde per Telefon eine Gewalttat angekündigt.

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