Operationsbesteck liegt bei einem Eingriff auf dem Tablett.
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Eine 17-Jährige aus dem Landkreis Passau wachte bei einer Operation auf (Symbolbild).

„Wie lebendig begraben“

17-Jährige wacht bei Operation auf und kann sich nicht bemerkbar machen - „Das war die Hölle“

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Eine 17-Jährige aus dem Landkreis Passau hat eine schlimme Operation hinter sich. Sie wachte währendessen auf - und konnte sich nicht bemerkbar machen.

  • Eine 17-Jährige aus dem Landkreis Passau musste sich am Knie operieren lassen.
  • Sie wachte während der OP auf und konnte sich nicht bewegen.
  • Sie bekam sogar mit, wie die Ärzte einen Bohrer einsetzten.

Passau - Während einer Operation aufwachen, sich aber nicht bemerkbar machen können. Das ist wohl die Albtraumvorstellung eines jeden Patienten. Einer 17-jährigen Teenagerin aus dem Landkreis Passau ist genau das passiert, wie die Passauer Neue Presse (PNP) berichtet.

Passau: 17-Jährige wacht bei Operation auf: „Das war die Hölle“

Die Jugendliche musste sich bereits mehrmals in einer Klinik operieren lassen. Aufgrund ihres jungen Alters habe ihr der Anästhesist nur eine Teilnarkose mit Sedierung empfohlen. Von der Operation sollte sie trotzdem nichts mitbekommen, wie man ihr weiter sagte. Beim letzten Eingriff Ende September klappte das jedoch nicht, wie die PNP weiter berichtet. „Das war die Hölle“, berichtete die 17-Jährige. Als sie während der OP aufwachte, wusste sie erst gar nicht, was los sei. Dann sei der Verstand jedoch „immer klarer geworden“. Sie habe demnach sogar mitbekommen, wie die Ärzte einen Bohrer einsetzten und „unerträgliche Schmerzen“ gehabt.

Jugendliche aus Passau wacht bei Eingriff auf: „Das ist wie lebendig begraben sein“

Zwischendurch konnte die 17-Jährige demnach ihre Augen ganz leicht öffnen, jedoch hat das offenbar niemand mitbekommen. Sie war nicht in der Lage, auf sich aufmerksam zu machen, denn sie konnte sich nicht bewegen. „Ich war unwahrscheinlich hilflos“, sagte sie der PNP. „Der Körper gehorcht nicht. Das ist wie lebendig begraben sein.“

17-Jährige aus Passau berichtet von Vorfall bei Operation: Keine Klage auf Schmerzensgeld

Die 17-Jährige vermutet eine falsche Dosierung der Narkose- und Sedierungsmittel. „Ich vermute, dass zu wenig darauf geschaut worden ist“, sagte sie der Zeitung. Der Anästhesist habe nach zwei Gesprächen einen Fehler zugegeben und sich auch entschuldigt. Der Vorfall geht ihr jedoch nach wie vor nahe. „Wenn es ruhig ist, fallen mir die Momente wieder ein und ich fange zum Weinen an.“ Auf Schmerzensgeld wolle sie aber nicht klagen, ihr reiche die Entschuldigung der Ärzte, sagte sie gegenüber der PNP (Artikel hinter Bezahlschranke). Wichtig sei ihr, dass andere Patienten nicht das gleiche durchmachen müssen. „Ich möchte, dass während der OP besser darauf geschaut wird.“

Die PNP erhielt auf Nachfrage offenbar keine Stellungnahme der Klinik. (kam) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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