Stadt rüstet sich für Fluten

Passau schrammt wohl knapp an höchster Hochwasser-Warnstufe vorbei - nicht alle sind sich der Gefahr bewusst

  • Sonja Plagmann
    VonSonja Plagmann
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Inn und Donau werden in Passau am Vormittag ihren Scheitelpunkt überschreiten. An der höchsten Meldestufe schrammt die Stadt wohl knapp vorbei.

Update, 19. Juli, 06.03 Uhr: So wie es aktuell aussieht, kann Passau vorsichtig aufatmen. Die Pegel von Inn und Donau nähern sich dem Scheitelpunkt. Nach aktueller Prognose wird die Meldestufe 4 nicht erreicht. Der Donau-Pegel in Passau liegt aktuell bei 817 cm und wird wohl nur noch leicht ansteigen. Die Meldestufe 4 (bebaute Gebiete im größeren Umfang überflutet) läge bei 850 cm. Auch beim Inn wird der Scheitelpunkt am Vormittag überschritten werden, hier wird nur die Meldestufe 2 (Land und forstwirtschaftliche Flächen, sowie möglicherweise Straßen überflutet) überschritten werden.

Ursprünglicher Artikel, Sonntag, 18. Juli, 21.03 Uhr: München/Passau - Noch immer bleibt in Teilen Bayerns keine Zeit zum Durchatmen. Heftiger Regen hat am Wochenende vor allem im Landkreis Berchtesgadener Land große Zerstörung angerichtet hat, dort wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Zudem kam es zu einem schweren Unfall: Bei einem Zusammenstoß wurden Rettungskräfte des Technischen Hilfswerks (THW) schwer verletzt*. Auch für Sonntagnacht gibt es Warnungen für Teile Bayerns, nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes soll es im Alpenraum bis in die Nacht zum Montag weiter regnen.

Schwere Hochwasser erwartet: Donau-Pegel könnte in Passau 8,65 m erreichen

Der Hochwassernachrichtendienst Bayern hat Warnungen unter anderem für die Kreise Rosenheim, Mühldorf und Altötting herausgegeben. Weiterhin gilt auch die Warnung für den Landkreis Berchtesgadener Land. Besonders schwer könnte es in der Nacht auf Montag Passau treffen, dort drohen heftige Überschwemmungen. Die Pegelstände von Donau und Inn sind bereits deutlich angestiegen, Uferpromenade und Parkplätze wurden überflutet. Die maximalen Werte werden laut DWD allerdings erst für die Nacht erwartet.

Am Sonntagabend besteht dem Hochwassernachrichtendienst zufolge Hochwasser-Meldestufe 3. Es könne aber knapp Meldestufe 4 - die höchste Warnstufe - erreicht werden. Das bedeutet, dass „bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet“ sind oder „Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich“ ist. Demnach wird davon ausgegangen, dass der Pegel der Donau in der Nacht auf maximal 8,65 m ansteigt. Für den Inn ist ein maximaler Pegel in den Nachtstunden von 6,30 m vorhergesagt (Meldestufe 2).

Stadt Passau bereitet sich auf Überschwemmungen vor

Die Stadt rüstet sich für das bevorstehende Hochwasser. Anwohner brachten Hochwassersperren an ihren Grundstücken an. Straßen wurden gesperrt. Die Stadt Passau schrieb auf ihrer Homepage: „Die Hilfskräfte vor Ort haben alle notwendigen Maßnahmen bis zu den prognostizierten Pegelhöchstständen ergriffen. Die Vorhersagen des staatlichen Hochwassernachrichtendienstes werden selbstverständlich permanent beobachtet und die Maßnahmen falls nötig dahin gehend angepasst.“

Der Gefahr sind sich in Passau aktuell offenbar jedoch nicht alle bewusst. Am Sonntag musste die Polizei Autos abschleppen, die die Besitzer trotz Hochwasserwarnungen* nicht umgeparkt hatten. Ansonsten sei bisher die „Hochwasserlage in Niederbayern aus polizeilicher Sicht entspannt“.

Nach der verheerenden Flutkatastrophe, die zuvor auch große Gebiete in NRW und Rheinland-Pfalz erschüttert hat, gibt es nun heftige Vorwürfe gegen die Bundesregierung.* Wurden Warnungen ignoriert? (spl)

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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