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Bayerische Universität schließt virtuelle Lehre wegen Energiekrise nicht aus - Heftige Kritik: „unverantwortlich“

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Von: Katarina Amtmann

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Hörsaal mit Studenten
Keine vollen Hörsäle in Passau im Winter? Die Uni schließt virtuelle Lehre derzeit nicht aus. (Symbolbild) © Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Droht einigen Studenten in Bayern nach Corona wieder die virtuelle Lehre? Eine Universität kann den Schritt derzeit nicht ausschließen.

Update vom 10. August, 12.28 Uhr: Die Universität Passau schließt nicht aus, dass es im Winter eine Rückkehr zur virtuellen Lehre gibt. Grund: Die hohen Energiepreise (siehe Erstmeldung). Andere bayerische Universitäten erklärten dagegen, sich mit einer energiepreisbedingten Rückkehr zur virtuellen Lehre nicht zu befassen - zumindest noch nicht.

„Die überragende Bedeutung der universitären Forschung und die hohe Qualität akademischer Lehre, die beide wesentlich vom unmittelbaren Austausch abhängen, müssen auch bei steigenden Energiekosten gesichert bleiben“, schrieb zum Beispiel die Universität Regensburg auf dpa-Anfrage. Man plane, Forschung und Lehre in Präsenz zu ermöglichen.

Noch deutlicher wurde der Präsident der Technischen Universität München, Thomas F. Hofmann: „Ich halte es für unverantwortlich, unsere Studierenden nach vier Semestern coronabedingter Einschränkungen nun erneut in den digitalen Distanzunterricht zuschicken. Wir dürfen nicht jede Krise auf Kosten der nächsten Generation lösen.“ Im Zweifel müssten sich Studierende und Lehrende etwas wärmer anziehen.

Kein Präsenzbetrieb wegen Energiepreisen? Bayerische Universität schließt virtuelle Lehre nicht aus

Erstmeldung vom 10. August, 6.32 Uhr: Passau - Viele Studenten, die 2020 mit ihrem Studium begonnen haben, haben lange Zeit aufgrund der Corona-Pandemie keinen Hörsaal von innen gesehen. Präsenzveranstaltungen waren nicht möglich.

Nun kommt das nächste Problem: die steigenden Energiepreise. Könnten Studierende deshalb im schlimmsten Fall im Winter wieder virtuell zusammensitzen?

Uni Passau: Kein Präsenzbetrieb wegen Gas-Krise und Energiepreisen?

Zumindest in Passau könnte genau das passieren: Studierende der Universität Passau könnten im Wintersemester wieder gezwungen sein, von zu Hause an Vorlesungen teilzunehmen – diesmal nicht wegen Corona, sondern wegen der drohenden Gasmangellage.

Der Krieg in der Ukraine betreffe auch die Universität in Form von massiv gestiegenen Energiekosten, schrieb die Universitätsleitung kürzlich an ihre Studierenden. „Das Wintersemester 2022/2023 steht vor diesem Hintergrund im Zeichen der Unsicherheit mit Blick auf die Wärme- und Stromversorgung – und damit auch auf die Frage, ob und wie wir einen Präsenzbetrieb werden aufrechterhalten können.“

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Uni Passau: Virtuelle Lehre ist ein Schritt, „den wir möglichst vermeiden wollen“

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergänzt eine Sprecherin, dass der Weg in die virtuelle Lehre ein Schritt wäre, „den wir aus didaktischen und psychosozialen Gründen möglichst vermeiden wollen.“ Eine Task-Force befasse sich derzeit mit verschiedenen Szenarien, diese hingen aber in wesentlichem Maße davon ab, welche Entscheidungen von staatlicher Seite getroffen würden, so die Universität. Auch so arbeite die Verwaltung an Einsparmaßnahmen und Vorkehrungen, um eine möglichst langanhaltende Energieversorgung zu sichern.

Uni Augsburg, Regensburg, Bamberg und München bleiben – vorerst – bei Präsenz

Andere bayerische Universitäten erklären, sich mit einer energiepreisbedingten Rückkehr zur virtuellen Lehre nicht zu befassen – zumindest noch nicht. „Die überragende Bedeutung der universitären Forschung und die hohe Qualität akademischer Lehre, die beide wesentlich vom unmittelbaren Austausch abhängen, müssen auch bei steigenden Energiekosten gesichert bleiben“, schreibt zum Beispiel die Universität Regensburg auf dpa-Anfrage. Deshalb plane man Forschung und Lehre in Präsenz zu ermöglichen.

Das will man auch bei der Uni Augsburg und ergänzt, „dass durch ein digitales Semester aus unserer Sicht nur Heizkosten auf die Studierenden übertragen werden, also eine Gruppe, die oft über sehr wenige finanzielle Mittel verfügt und ohnehin schon sehr unter den digitalen Semestern in der Pandemie gelitten hat.“ Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg will ebenfalls am Präsenzbetrieb festhalten und begründet das auch mit Lehren aus der Pandemie.

Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und die Otto-Friedrich-Universität Bamberg wollen Lehre in Präsenz – in München habe man die Entscheidung für Präsenzbetrieb „bislang“ nicht revidiert, heißt es, in Bamberg werde die Lehre vor Ort „derzeit“ nicht in Frage gestellt.

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Doch auch mit Präsenzlehre machen sich die Unis Gedanken, wie sie Energie sparen können. Dabei geht es zum Beispiel um die Begrenzung von Raumtemperaturen oder die Sensibilisierung von Mitarbeitern und Studierenden. Vieles werde derzeit noch erarbeitet. Ganz konkret hat zum Beispiel die Universität Augsburg beschlossen, ihre Gebäude zum Jahreswechsel für zwei Wochen zu schließen. (kam/dpa)

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