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WikiLeaks: Die Enthüllungsplattform im Internet inspirierte einen Passauer für den Vornamen seines Sohnes.

Standesamt verbietet Vornamen

Passauer darf Baby nicht "WikiLeaks" nennen

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Passau - "WikiLeaks", dieses Stichwort verbinden die meisten sicher mit Enthüllung und Spionage. Ein Passauer denkt vor allem an seinen Neugeborenen, der diesen ungewöhnliche Namen trägt - offiziell darf er ihn aber nicht so nennen.

In Hollywood sind ungewöhnliche Namen keine Seltenheit. Der Sohn von Anthony Kiedis, Sänger der Band "Red Hot Chilli Peppers", heißt "Everly Bear", Nicole Kidman und Keith Urban haben ihre erste gemeinsame Tochter "Sunday Rose" genannt. 

In Deutschland haben Eltern da nicht ganz so viel (Narren-)Freiheit. Zwar gibt es kein eigenes Gesetz für die Namensgebung, allerdings bestehen durch zahlreiche richterliche Entscheidungen bestimmte Richtlinien über die Zulässigkeit von Vornamen. So dürfen zum Beispiel keine Orts- oder Markennamen gewählt werden. Der nach dem New Yorker Stadtteil Brooklyn benannte Sohn von Victoria und David Beckham wäre also hierzulande vermutlich nicht zulässig. Auch Gwyneth Paltrow, die ihre Tochter Apple genannt hat, hätte wegen der Assoziationen zum gleichnamigen Computerriesen womöglich Probleme bekommen.

So erging es jetzt jedenfalls einem 28 Jahre alten Passauer. Wie die Passauer Neue Presse berichtet, wollte Haja Hamalaw seinen Sohn "Wikilieaks" nennen. Ein ungewöhnlicher Name, der für den aus dem Irak kommenden Journalisten aber eine besondere Bedeutung hat. "Das ist nicht nur ein Name für mich. WikiLeaks hat die Welt verändert", wird Hamalaw dort zitiert. Bei WikiLeaks handelt es sich um eine Enthüllungsplattform im Internet, auf der geheime, brisante Dokumente anonym der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Seit acht Monaten wohnt Hamalaw in Passau und hat nach der Geburt seines Sohnes am 14. März schnell Bekanntschaft mit den örtlichen Behörden gemacht. Der Standesbeamte vor Ort genehmigte "WikiLeaks" nicht als Vornamen für den Sprössling. Die Sprecherin der Stadt Passau, Karin Schmeller, erklärt gegenüber der Passauer Neuen Presse, die Entscheidung beruhe auf der aktuellen Rechtssprechung, wonach der Vorname das Wohl des Kindes nicht gefährden dürfe. Ob das im Falle "WikiLeaks" zutrifft, ist wohl eine Ermessensentscheidung.

Nun steht in der Geburtsurkunde "Dako" als offizieller Vorname. Die Eltern nennen ihren Nachwuchs aber weiterhin "WikiLeaks".

vh

 

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