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An der Uni Passau kam es zu der Attacke auf den Richter.

Passauer Jurastudent geht auf Richter los

Passau - Ein 22-jähriger Jurastudent hat an der Uni Passau einem Richter während einer Vorlesung einen Faustschlag verpasst. Warum es zu der Attacke kam:

Ein Student hat in Passau den Vorsitzenden Richter des 2. Strafsenats des Bundesgerichtshofes, Thomas Fischer, attackiert. Während Fischer am Dienstag einen Vortrag über zwei Urteile zu den heftig umstrittenen Themen Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe hielt, ging der 22-Jährige auf den Richter zu und schlug ihn mit der Faust ins Gesicht, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Fischer wurde am linken Ohr getroffen und leicht verletzt, konnte den Vortrag aber fortsetzen.

Der Angreifer wurde nach einem kurzen Gerangel von Zuhörern überwältigt und festgehalten, bis die Polizei ihn festnahm. Der Mann habe einen verwirrten Eindruck gemacht und sei ins Bezirkskrankenhaus eingeliefert worden, hieß es am Mittwoch. Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von einer politisch motivierten Tat aus.

Der Student habe in seiner Vernehmung gesagt, dass er die Tat alleine geplant habe und keiner politischen Gruppierung oder Partei angehöre. Seine politischen Ansichten würden wechseln, derzeit sei er jedoch mehr “rechts“ orientiert. Als Grund für die Attacke habe er genannt, dass er sich gegen die fortschreitende Unterdrückung und Entziehung der Lebensgrundlagen in Deutschland wehren wolle.

Der Vortrag in der Universität Passau mit rund 300 Zuhörern hatte unter dem Motto “Die neue Rechtsprechung des BGH zu den Grenzen des Lebens“ gestanden. Dabei ging es unter andrem um zwei Urteile aus dem Sommer 2010. Darin hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass durch künstliche Befruchtung erzeugte Embryonen vor dem Einsetzen in den Mutterleib auf schwere Krankheiten untersucht werden dürfen.

Zudem hatte das Gericht die Grenzen der Sterbehilfe neu definiert: Wenn ein Patient in einer schriftlichen oder mündlichen Verfügung eine lebensverlängernde Behandlung ablehnt, muss die Behandlung demnach eingestellt werden, egal ob dies aktiv oder durch Unterlassen geschieht.

dapd

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