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Mitarbeiter eines privaten Wachdienstes am Bahnhof Kufstein. Die Flüchtlinge (hinten) durften nicht mitfahren.

"Nicht gerade freundlich - und rüde"

Passkontrolle vor Meridian - Vorwürfe gegen Sicherheitsdienst

München/Kufstein – Wer in Kufstein in den Meridian-Zug Richtung München steigen will, der braucht nicht nur einen Fahrschein – sondern auch einen Pass. Das sorgt für Ärger.

Am Bahnsteig wartet privates Sicherheitspersonal und kontrolliert die Fahrgäste – und zwar auf ziemlich rüde Art, wie eine Landtagsabgeordnete der Freien Wähler nun selbst erleben musste. Eva Gottstein aus Eichstätt wunderte sich über die robust auftretenden Kontrolleure. „Die waren nicht gerade freundlich.“ Mehrere ältere Frauen seien „rüde“ angeredet worden, mehrere Flüchtlinge, die ebenfalls einsteigen wollten, wurden am Betreten des Zuges gehindert.

Ärger bei der Passkontrolle vor dem Meridian 

Das Vorzeigen ihres Personalausweises verweigerte die Abgeordnete. „Passkontrollen sind doch hoheitliche Aufgaben der Polizei“, sagt Gottstein. Sie durfte schließlich doch mitfahren – denn auf ihrem Fahrschein, den sie vorlegte, ist ihre Funktion als Abgeordnete vermerkt. Dass das Sicherheitspersonal eigentlich nicht zur Passkontrolle befugt ist, wurde Gottstein durch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bestätigt: Die Bundespolizei habe „keine hoheitlichen Aufgaben, insbesondere der Grenzkontrolle, auf private Eisenbahnverkehrsunternehmen übertragen“, betonte Herrmann in einer Antwort auf eine Landtags-Anfrage.

Das sagt der BOB-Geschäftsführer

So ganz stimmen kann das aber nicht. Denn BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch bestätigt auf Anfrage, dass private Sicherheitsunternehmen im Auftrag der BOB in Salzburg und Kufstein sehr wohl Pässe kontrollieren dürfen. Die BOB wurde dazu verpflichtet – andernfalls würde ihr Zug im ersten deutschen Bahnhof angehalten und alle Fahrgäste durch die Bundespolizei kontrolliert. Da dies zu größeren Verspätungen führen würde, hat sich die BOB auf die Passkontrollen eingelassen.

Glücklich sei er mit der Regelung aber nicht, sagt Rosenbusch. Kontrolliert würden übrigens alle Personen – nicht nur die Flüchtlinge. „Es soll uns niemand sagen, dass wir Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Aussehens diskriminieren.“  

dw

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