Patient bedroht und beschießt Notärzte

Geisenfeld - Ein Notarztteam ist von einem 28 Jahre alten Patienten, der sich nicht behandeln lassen wollte, massiv bedroht und sogar mit einer Soft-Air-Waffe beschossen worden.

Gegen 15 Uhr wurden Notarzt und das Bayersche Rote Kreuz zu einem Einsatz in einem Mehrfamilienhaus in Geisenfeld gerufen: ein 28-jähriger Mann lag nicht mehr ansprechbar in seiner Wohnung. Die Mutter des Patienten, die mit ihrem Sohn zusammen wohnt, hatte den Notruf abgesetzt.

Der Notarzt begann mit der Behandlung - und wurde von dem 28-Jährigen massiv angegangen. Der junge Mann bedrohte ihn verbal und verweigerte die Behandlung. Daraufhin verließ der Arzt die Wohnung. Doch der Patient verfolgte ihn auf die Straße.

Inzwischen war im Hof auch ein Rettungswagen eingetroffen. Der 28-jährige zielte mit einer Soft-Air-Waffe, die einem Sturmgewehr ähnelte, auf die Besatzung des Sanitätsfahrzeuges. Er feuerte mehrfach ab, das hörten auch Zeugen.

Doch damit nicht genug: Nun versuchte der Täter, in das Rettungsfahrzeug einzudringen und die Scheibe einzuschlagen. Geistesgegenwärtig verhidnete die 26 Jahre alte Fahrerin des Wagens das, indem sie Gas gab und wegfuhr. Der Angreifer schlug jetzt am Notarztwagen die Seitenscheibe ein, riss den Außenspiegel ab und beschädigte das Blaulicht.

Daraufhin bewaffnete er sich mit einem Straßenpfosten und lief dem Notarzt (56) hinterher, der zu Fuß stadtauswärts flüchtete. Bevor er sein Opfer erreichen konnte, wurde der 28-Jährige von einer inzwischen eingetroffenen Streife der Polizeiinspektion Geisenfeld festgenommen. Die Beamten stellten fest, dass der zur Sicherheit gefesselte Mann angetrunken war.

Die 26-jährige Rettungsassistentin erlitt einen Schock und wird ärztlich betreut. Ihr 37-jähriger Sanitätskollege begab sich vorsorglich in ärztliche Betreuung. Der Notarzt blieb unverletzt.

Die Polizeiinspektion Geisenfeld ermittelt nun wegen Bedrohung, gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Verstoß gegen das Waffengesetz und Körperverletzung. Nach jetzigem Sachstand wird der 28-jährige in das Klinikum Ingolstadt eingewiesen.

mm

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