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Im Fokus der Staatsanwaltschaft: Im Klinikum Bayreuth sollen Patienten länger beatmet und somit künstlich am Leben gehalten worden sein. Außerdem sollen Babys falsch behandelt worden sein.

Patientenverfügung missachtet?

Klinikum Bayreuth bleibt im Visier der Justiz

Bayreuth - Wurden am Klinikum Bayreuth Patienten aus Profitgier künstlich am Leben gehalten? Wurde eine Patientenverfügung missachtet? Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer.

Das Klinikum Bayreuth ist immer noch im Visier der Staatsanwaltschaft. Die Anklagebehörde geht dem Verdacht nach, dass Patienten länger beatmet und somit künstlich am Leben gehalten wurden. In der kommenden Woche will das Krankenhaus Ergebnisse einer internen Prüfung vorlegen.

Eine Sprecherin der Bayreuther Staatsanwaltschaft bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Das Krankenhaus selbst will in der kommenden Woche den Bericht einer Expertenkommission veröffentlichen, die sich mit den Vorwürfen im Zusammenhang mit künstlicher Beatmung befasst hat, wie eine Kliniksprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Totes Baby wegen falscher Behandlung?

Zudem laufen auch noch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Fehler im Kreißsaal des Krankenhauses. Dort sollen zwischen 2008 und 2011 drei Neugeborene falsch behandelt worden sein, so dass sie dauerhafte Schäden davontrugen. Ein Säugling soll sogar gestorben sein.

Im August 2014 war das Krankenhaus in die Schlagzeilen geraten, daraufhin hatte der Aufsichtsrat verschiedene Kommissionen eingesetzt, um die Vorwürfe aufzuarbeiten. Zudem leitete die Staatsanwaltschaft Untersuchungen ein. Wann diese abgeschlossen werden können, sei noch nicht abzusehen, sagte die Justizsprecherin am Montag.

Künstliche Weiterbeatmung aus Profitgier?

Laut „Spiegel“ soll eine 41 Jahre alte Frau nach einem Kollaps mehrere Tage künstlich beatmet worden sein - obwohl sie sich in einer Patientenverfügung gegen lebensverlängernde Maßnahmen entschieden hatte. Zudem hätten Pflegemitarbeiter ausgesagt, dass Patienten „ohne Überlebenschance“ künstlich weiterbeatmet wurden, um einen lukrativeren Abrechnungstarif zu erreichen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass diese beiden Fälle und auch weitere Fälle im Zusammenhang mit künstlicher Beatmung auf der Intensivstation des Krankenhauses derzeit untersucht werden.

Im Falle der Geburtshilfe hat die Untersuchungskommission ihre Arbeit bereits im November abgeschlossen und ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Die Verantwortlichen kündigten an, dass Entbindungsstation und Kinderklinik künftig enger zusammenarbeiten und Kompetenzgerangel vermeiden wollen.

dpa

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