Gibt es einen Kompromiss?

Pegnitzer streiten über nächtlichen Glockenschlag

Ein Pegnitzer fühlt sich vom Glockenschlag seines Schlafes beraubt - der Dekan stellt die Glocke daher vorerst ab. Nun wollen andere das nächtliche Läuten zurück.

Pegnitz - Im oberfränkischen Pegnitz ist ein Streit um das nächtliche Schlagen der Kirchenglocken entbrannt. Ein Einwohner habe sich gemeldet und gesagt, das häufige Schlagen sei Ruhestörung und er könne dadurch nicht schlafen, sagte Dekan Gerhard Schoenauer am Dienstag. Daher stellte der Dekan die Glocke versuchsweise nachts ab. Daraufhin meldeten sich viele Bürger der Gemeinde im Landkreis Bayreuth, die das Läuten zurückhaben wollen. Nächste Woche soll der Kirchenvorstand entscheiden, wie es weitergeht. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

32 Schläge um Mitternacht

Laut Schoenauer schlägt die Glocke alle 15 Minuten - und jeweils in zwei Richtungen. Um Mitternacht gibt es damit ganze 32 Schläge: zweimal vier zur vollen Stunde und zweimal zwölf Schläge. „Ich wohne direkt daneben und finde es nicht laut“, sagte der Dekan. Da ein ruhiger Schlaf für ihn aber ein hohes Gut sei, „habe ich einen Versuch im Einvernehmen mit dem Kirchenvorstand gestartet“, erzählte der Dekan: Zwischen 22.15 und 5:45 Uhr schlug die Glocke zunächst nicht mehr.

„Ich habe das nicht angekündigt, um zu sehen, wie die Reaktionen sind. Einige wenige haben es bemerkt und fanden es gut; eine Vielzahl vermisst es.“ Bei Facebook hätten sich rund 60 Menschen dafür ausgesprochen, die Glocke wieder schlagen zu lassen. Außerdem gebe es eine Unterschriftensammlung.

Umrüstung auf leisere Glocken zu teuer

Am 19. September soll nun besprochen werden, wie es weitergeht. Vielleicht werde es einen Kompromiss geben, sagt Schoenauer. Dass die Glocke nicht mehr so oft oder nur in eine Richtung schlägt. Technisch möglich sei es auch, dass sie nachts leiser schlägt. Die Umrüstung sei allerdings „sehr teuer - das steht in keinem Verhältnis, das können wir uns nicht leisten“.

„Es ist schwierig, es allen Recht zu machen“, sagte der Dekan der evangelischen Gemeinde. „Ich kann damit leben, wenn es nachts nicht schlägt. Ich kann aber auch verstehen, wenn es jemand vermisst.“ Seiner Meinung nach sind „Glocken da, um Frieden zu stiften“ und nicht, um Ärger zu produzieren.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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