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Die Aufrüstung mit Schneekanonen soll mittels einer Petition verhindert werden.

Petition gegen mehr Schneekanonen

München - Mit einer Petition an den Bayerischen Landtag kämpfen Naturschützer gegen die Aufrüstung der Skigebiete mit Schneekanonen.

Ein Bündnis aus sieben Naturschutzverbänden setzt bei seinem Protest gegen die Aufrüstung der Skigebiete mit Schneekanonen nun auf das Parlament. In einer Petition an den Bayerischen Landtag fordern die Naturschützer die Staatsregierung auf, den Bau eines Speichersees mit einer Wasserfläche von 15.000 Quadratmetern im Skigebiet Sudelfeld zu verhindern.

„Mit 250 Strom fressenden Schneekanonen und einem riesigen betonierten Beschneiungssee gegen den Klimawandel anzukämpfen, ist kontraproduktiv, sinnlos und in Zeiten der Energiewende inakzeptabel“, sagte der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), Hubert Weiger, am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der beteiligten Verbände.

Auch Fördermittel sollen abgelehnt werden

Tief liegende Skigebiete wie das Sudelfeld hätten angesichts der Klimaerwärmung keine Zukunft, argumentieren die Verbände unter Verweis auf diverse Untersuchungen. Der Speichersee und die Anlagen für den Wintertourismus störten das Landschaftsbild und beeinträchtigten damit die Attraktivität der Bergwelt für die Urlauber im Frühjahr, Sommer und Herbst.

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Protest am Pistenrand

Die Grundsätze für die Genehmigung von Beschneiungsanlagen müssten an die Alpenkonvention angepasst werden, sagte die Grünen-Abgeordnete Claudia Stamm. Es dürfe keine staatlichen Gelder für den Ausbau des Skigebiets geben. „Es kann nicht sein, dass mit öffentlichen Geldern Lifte schneller gemacht werden und intensiv in Schneekanonen investiert wird und das bei einem Gebiet, das im Skitourismus aufgrund des Klimawandels keine Perspektive hat.“ Über ein Förderprogramm der Staatsregierung könnten die Betreiber des Skigebiets Zuschüsse bekommen.

Fördermittel sollen abgelehnt werden

Die Naturschützer fordern in ihrer Petition zudem, die für den geplanten Ausbau beantragten staatlichen Fördermittel abzulehnen. „Es ist nicht vertretbar, Steuergelder für kurzsichtige, nicht zukunftsfähige Maßnahmen zu verschwenden, die zugleich einen wertvollen Natur- und Landschaftsraum dauerhaft beeinträchtigen und die Entwicklung alternativer Tourismuskonzepte behindern“, heißt es in dem Schreiben.

An dem Bündnis beteiligen sich neben dem Bund Naturschutz der Deutsche Alpenverein (DAV), der Verein zum Schutz der Bergwelt (VzSB), die Naturfreunde, die CIPRA Deutschland, die Gesellschaft für ökologische Forschung und Mountain Wilderness Deutschland. Anfang des Monats hatten Aktivisten von Mountain Wilderness am Sudelfeld gegen die Pläne protestiert.

dpa

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