Rathaus Pfaffenhofen an der Ilm
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Das Rathaus in Pfaffenhofen an der Ilm

Kleine Kreisstadt in Oberbayern

Pfaffenhofen an der Ilm

Pfaffenhofen an der Ilm ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Sie ist ein wichtiges Verwaltungszentrum und liegt im weltweit größten Hopfenanbaugebiet.

  • Pfaffenhofen an der Ilm liegt zentral im Freistaat Bayern und wird vom gleichnamigen Landkreis vollkommen eingeschlossen.
  • Der Dreißigjährige Krieg stellt ein markantes Ereignis in der Geschichte der Stadt dar, weil er zu umfassenden Zerstörungen und vielen Toten führte.
  • Heute gehört Pfaffenhofen an der Ilm zu den umwelt- und klimafreundlichsten Städten in Europa.

Pfaffenhofen an der Ilm – Am 15. April 1745 wurde die oberbayerische Stadt zu einem Ort des Weltgeschehens: An diesem Tag wurde die „Schlacht bei Pfaffenhofen“ ausgetragen. Sie fand im Rahmen des Österreichischen Erbfolgekriegs zwischen österreichischen und französisch-kurpfälzischen Truppen statt. Die Schlacht endete mit einem Sieg des österreichischen Heeres unter dem Befehlshaber Karl Josef Fürst von Battyhany. Ihm gelang es auch, das von Franzosen besetzte Pfaffenhofen an der Ilm zu befreien. In der Folge dieser Schlacht musste Bayern die Allianz gegen Österreich verlassen.

Pfaffenhofen an der Ilm: Lage und Geografie

Die Stadt im Zentrum Bayerns erstreckt sich über eine Fläche von knapp 93 Quadratkilometern. Pfaffenhofen an der Ilm liegt auf einer Höhe von 428 Metern. Die Lage der Stadt ist auch geprägt durch die Nähe zu den drei bayerischen Metropolen München, Augsburg und Ingolstadt. Pfaffenhofen ist umgeben vom gleichnamigen Landkreis, der einen Teil des größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiets der Welt, der Hallertau, bildet.

Schon in der Frühzeit war die heutige Region Pfaffenhofen an der Ilm besiedelt. Archäologische Grabungen förderten Überreste von menschlichen Ansiedlungen aus der frühen Bronzezeit zutage. Nördlich der Stadt befanden sich Viereckschanzen, die von keltischen Volksstämmen in der Zeit zwischen 800 und 450 v. Chr. errichtet wurden. Die neuere Siedlungs-Geschichte von Pfaffenhofen an der Ilm begann im 9. Jahrhundert: Damals bauten Benediktiner-Mönche die „Pfaffenhöfe“ im nördlichen Bereich der heutigen Stadt. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1140. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts wurde Pfaffenhofen an der Ilm als „Markt“ bezeichnet. In dieser Zeit entwickelte sich Pfaffenhofen an der Ilm schnell zu einem bedeutenden Verwaltungszentrum. Dieser Aufstieg wurde durch die vorteilhafte Lage der Stadt an der Kreuzung der Handelsstraßen von Augsburg und Regensburg nach München und Ingolstadt gefördert. Im 14. Jahrhundert verlieh Ludwig IV der Bayer dem Markt Pfaffenhofen das Münchener Stadtrechtsbuch. 1388 kam es zur völligen Zerstörung des Orts im Rahmen des Großen Städtekrieges. 1438 war die Stadt weitgehend wieder aufgebaut. Eine Stadtmauer, in die vier große Tore integriert waren, schützte sie.

Pfaffenhofen an der Ilm: Die Geschichte vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts

Wie in vielen anderen Regionen im heutigen Bayern führten der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) sowie die in dieser Epoche wütenden Pest-Epidemien auch in Pfaffenhofen an der Ilm zu Not und Elend. Die Stadt verlor aufgrund dieser Katastrophen einen großen Teil ihrer Bürger.

Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt sowohl durch die Schlacht von Hochstädt als auch durch den Österreichischen Erbfolgekrieg beziehungsweise die Schlacht von Pfaffenhofen in Mitleidenschaft gezogen. Zu Beginn des folgenden Jahrhunderts wurde Pfaffenhofen an der Ilm als Stadt in das neu gegründete Königreich Bayern integriert. Als königliche Stadt erhielt sie 1812 ein neues Wappen. Es zeigte drei goldene Sparren auf einem in kräftigem Blau gehaltenen Schild und symbolisiert die Herrschaft der Wittelsbacher.

Außerdem erfolgte in ganz Bayern eine groß angelegte Säkularisierung, in deren Zug das Pfaffenhofener Franziskanerkloster aufgelöst wurde. 1807 hatte die Befestigungsanlage der Stadt ausgedient, aus diesem Grund kam es zum Abbruch beziehungsweise Verkauf von Stadtmauer und -toren.

Pfaffenhofen: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der Weimarer Republik

In den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts erfolgte der Bau der Eisenbahnstrecke von München nach Ingolstadt, an die Pfaffenhofen an der Ilm mit einem Bahnhof angeschlossen wurde. Der Eisenbahnanschluss brachte die Entwicklung der Wirtschaft in der Stadt entscheidend voran und bewirkte eine Intensivierung der Industrialisierung. Insbesondere der Maschinenbau entwickelte sich zu einer wichtigen Branche.

1900 war die Beleuchtung der Stadt elektrifiziert und erste Bürger besaßen Telefonanschlüsse. Die Einwohnerzahl war im Jahre 1905 auf 4.148 Personen gestiegen. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war wie nahezu in allen anderen deutschen Städten von großen politischen Unruhen gekennzeichnet. Die Bürger von Pfaffenhofen an der Ilm verarmten zunehmend. Die weltweite Wirtschaftskrise und die Geldentwertung durch die galoppierende Inflation führten zu einer Verelendung breiter Bevölkerungsschichten. Dennoch veranstaltete die Stadt 1929 erstmals das Hallertauer Oktoberfest.

Pfaffenhofen an der Ilm: Die Geschichte der Stadt vom Dritten Reich bis in die Gegenwart

Die Reichstagswahl 1933 in Pfaffenhofen an der Ilm brachte der NSDAP das beste Ergebnis in Bayern: Sie erzielte hier 43,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auch einige Nazi-Größen, wie zum Beispiel der nach dem Kriege zum Tode verurteilte und hingerichtete SS-Obersturmführer Anton Thumann, lebten in der oberbayerischen Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen zahlreiche Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reichs in die Stadt. Zu Beginn der 60er-Jahre hatte Pfaffenhofen an der Ilm mehr als 8.600 Bewohner. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich an, Anfang der 70er-Jahre waren es bereits über 13.000. Im Jahr 1992 zählte die Stadt erstmals mehr als 20.000 Bürger.

Im neuen Jahrtausend erlangten Umweltschutz und Nachhaltigkeit große Bedeutung für die Wirtschaft und Politik in der Stadt. So erfolgte beispielsweise 2001 die Inbetriebnahme eines innovativen Biomasse-Heizkraftwerks. Außerdem erlangte Pfaffenhof an der Ilm internationale Bekanntheit als erste deutsche Stadt, der es gelang, ihre Treibhausgase entsprechend den Vorgaben des Kyoto-Protokolls zu reduzieren. Die Innenstadt, insbesondere der Hauptplatz, wurde verkehrsberuhigt. 2013 erhielt Pfaffenhofen an der Ilm den „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ in der Kategorie Kleinstädte und Gemeinden.

Pfaffenhofen an der Ilm: Verwaltung und Einwohner

Pfaffenhofen an der Ilm hat 26.124 Einwohner (Stand 2019) und eine Bevölkerungsdichte von 282 Bewohnern je Quadratkilometer. Die Stadt gliedert sich in 62 Gemeindeteile, dazu gehören unter anderem:

  • Affalterbach
  • Angkofen
  • Berghof
  • Buchhof
  • Ebenhof
  • Ehrenberg
  • Frechmühlen
  • Grubhof
  • Holzried
  • Köhlhof
  • Kuglohf
  • Menzenbach
  • Riedhof
  • Sulzbach
  • Weihern
  • Zweckhof

Das heutige Stadtgebiet geht auf die Eingemeindung zahlreicher Ortschaften zurück, die 1972 im Zuge der großen bayerischen Kommunalreform stattfand.

Pfaffenhofen an der Ilm: Politik und Wirtschaft

Traditionell hat die CSU einen maßgeblichen Einfluss auf die Politik der Stadt: In der Kommunalwahl 2020 sicherte sie sich zehn der insgesamt 30 Sitze im Pfaffenhofener Stadtrat. Die SPD erreichte sieben Sitze, die Freien Wähler fünf. Seit 2008 ist Thomas Herker von der SPD Bürgermeister.

Die Wirtschaft der Stadt wird von zahlreichen Ämtern und Behörden geprägt, die zahlreiche Arbeitsplätze bieten. Unter anderem handelt es sich dabei um die folgenden öffentlichen Institutionen:

  • Amtsgericht
  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Landratsamt
  • Vermessungsamt
  • staatliches Schulamt

In Pfaffenhofen an der Ilm sind viele kleinere und mittelständische Betriebe ansässig. Doch auch große Unternehmen haben hier ihren Sitze beziehungsweise eine Produktionsstätte, wie zum Beispiel:

  • HECHT Technologie
  • Hipp Babynahrung
  • Panasonic Electronic Works
  • Bayernwerk
  • Eismann Tiefkühl-Heimservice

Pfaffenhofen an der Ilm: Wichtige Sehenswürdigkeiten

Der historische Stadtkern von Pfaffenhofen an der Ilm gilt als bedeutende architektonische Sehenswürdigkeit. Neben zahlreichen Giebelhäusern gehören dazu die Pfarrkirche und das Rathaus. Die Stadt hat einige Museen von überregionaler Bedeutung, unter anderem die folgenden:

  • Dichtermuseum Joseph Maria Lutz
  • Kunsthalle
  • Lebzelterei-und Wachsziehermuseum

Die städtische Galerie präsentiert laufend wechselnde Ausstellungen.

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