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Täter in Böbing.

Pfarrhaus-Räuber geschnappt?

Eggenfelden – Die Täter, die mehrere Pfarrhäuser überfallen haben, sind möglicherweise gefunden. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest. Aber auch wenn viele Indizien auf die Männer hinweisen – von der Beute fehlt jede Spur.

Mittwochnacht schlug das SEK zu. Im niederbayerischen Eggenfelden drangen die Beamten zeitgleich in zwei Wohnungen ein und nahmen einen 24 und einen 25 Jahre alten Mann widerstandslos fest. Sie gelten bei der Polizei als Hauptverdächtige für den Überfall auf einen Pfarrer in Tuntenhausen (Landkreis Rosenheim) Mitte Juni. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sitzen die beiden mittlerweile in Untersuchungshaft.

Laut Polizei wird nun geprüft, ob die Männer auch verantwortlich für den Überfall auf den Pfarrer der Wieskirche und seine Haushälterin in Böbing (Kreis Weilheim-Schongau) vor rund einer Woche sind. Eine ganze Reihe von weiteren Einbrüchen auf Pfarrhäuser und Wohnungen im Kreis Mühldorf, Kreis Altötting, Kreis Rosenheim, Kreis Ebersberg und in Niederbayern könnte ebenfalls auf ihr Konto gehen. Bereits am Wochenende machten Gerüchte die Runde, dass die Täter geschnappt worden seien. Gestern bestätigte nun die Polizei diese Vermutungen zumindest für den Fall in Tuntenhausen.

Über Details der Ermittlungen machen die Beamten allerdings ein großes Geheimnis. Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den Männern zwar um deutsche Staatsbürger – der spezielle Akzent, der den Opfern aufgefallen war, stammt jedoch nicht aus Bayern. Auch wie die Polizei letztendlich auf die Männer gekommen ist, bleibt unklar. Die Tatverdächtigen selber schweigen zu den Vorwürfen, von der Beute fehlt jede Spur. Die Polizei fand in den Wohnungen jedoch Gegenstände, die mit den Taten in Verbindung stehen könnten. „Diese werden untersucht. Ob die Männer berechtigt oder unberechtigt in ihrem Besitz waren, wird sich zeigen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Ob es sich dabei um Waffen oder Einbruchwerkzeug handelt, sagte der Sprecher nicht. Über die Beteiligung einer dritten Person, nach der die Polizei im Anschluss an den Überfall in Böbing fahndete, „liegen keine Erkenntnisse vor“, hieß es.

Trotz aller Unklarheiten steht eines jedoch fest: Die Parallelen zwischen den Überfällen in Tuntenhausen und Böbing sind frappierend. Beide Geistlichen wurden mitten in der Nacht von zwei Maskierten überfallen und massiv bedroht. In beiden Fällen rissen die Täter die Telefonkabel aus den Wänden und fesselten ihre Opfer damit an Heizkörper. Sowohl in Böbing als auch in Tuntenhausen klauten die Täter Bargeld sowie Bankkarten. Anschließend hoben sie damit Geld ab. Kameras an Geldautomaten machten dabei Aufnahmen von den Männern, die karierte, tief ins Gesicht gezogene Kapuzen und Sturmhauben trugen.

Bereits Wochen vor diesen Überfällen fahndete die Polizei nach zwei Tätern, die für ähnlich gelagerte Überfälle verantwortlich gewesen sein sollen. Die Kripo prüfte in diesem Zusammenhang den Überfall auf einen 72-Jährigen in Edling Ende April. Der Ort im Landkreis Rosenheim ist nur 20 Kilometer von Tuntenhausen entfernt. Der alte Mann wurde gefesselt und zur Herausgabe von Schmuck und Bargeld gezwungen.

Kurz darauf wurde der Pfarrer von Frauenneuharting im Landkreis Ebersberg überfallen. Edling und Frauenneuharting liegen rund 14 Kilometer voneinander entfernt. Die Einbrecher hatten aus dem Tresor im Keller über 600 Euro geklaut und im ersten Stock des Hauses nach weiterer Beute gesucht. Dort stießen sie auf den Pfarrer, der die Täter jedoch verscheuchen konnte.

Von Patrick Wehner

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