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Schwarzstörche mit Jungen, hier in Belgien.

Oberpfalz

Pfeilangriff auf Schwarzstörche

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Erbendorf - Rätselhafte Angriffe auf Schwarzstörche in der Oberpfalz: Unbekannte attackieren die streng geschützten Tiere mit Pfeilen. Stecken Windkraftbefürworter dahinter?

Samstagvormittag in einem Gebiet nahe Erbendorf in der Oberpfalz. Zwei Männer kämpfen sich durchs Dickicht, abseits aller Wege und Straßen. Hier, im tiefen Hessenreuther Wald, wissen sie von einem Horst mit fünf jungen Schwarzstörchen. Anders als die weißen, die öffentlichkeitswirksam ihren Nachwuchs aufziehen, bevorzugen die schwarzen Kollegen die Abgeschiedenheit. Doch die zwei Männer, Revierförster Hans Frisch und Biologe Carsten Rohde, die die Vögel beringen wollten, machen am geheimen Horst eine beunruhigende Entdeckung: drei Pfeile, jemand wollte die Vögel töten. Doch warum?

Johannes Bradtka vom örtlichen Verein für Landschaftspflege und Artenschutz (VLAB) vermutet Windkraftbefürworter hinter dem Anschlag auf die fünf Störche, die den Angriff aber unbeschadet überstanden haben. „Das ist kein Dummer-Jungenstreich. In der Nähe sind sieben Windräder geplant. Doch nahe eines Schwarzstorch-Horsts gibt es dafür keine Genehmigung.“ Der geschützte Umkreis für Brutstätten betrage drei Kilometer.

Die Polizei in Kemnath ermittelt bereits wegen eines Vergehens gegen das Natur- und Tierschutzgesetz. Laut Stefan Hartl vom Polizeipräsidium Oberpfalz sind tatsächlich Windkraftbefürworter als Täter nicht auszuschließen. Dies sei aber nur einer von einigen Ermittlungsansätzen: „Es könnten auch ganz andere Leute gewesen sein – Spaziergänger etwa, oder Jugendliche.“

Doch kommt der Anschlag auf die Vögel den Windräder- Leuten eher zupass. Wären die Störche weg, wären sie kein Hindernis mehr für die 230 Meter hohen Anlagen. Und dass es sich um eine pure Zufallstat handeln könnte, dafür fehlt Bradtka der Glaube. „Der Horst liegt auf 20 Metern Höhe, so versteckt und abgelegen, den kann man nicht zufällig finden.“ Die Naturschützer hätten selbst zwei Jahre danach gesucht. Zudem scheint bei dem Angriff professionell vorgegangen worden zu sein. Drei Pfeile wurden abgefeuert, sie trugen Schnüre und Widerhaken. Bradtka denkt: „Die wollten damit den ganzen Horst herunterzureißen, wie mit einem Enterhaken.“ Die Pfeile selbst sind solche, wie sie in Sportarmbrüsten oder professionellen Bögen verwendet werden. Einer steckte im Horst, einer im Baum, und einer lag auf dem Boden.

Für die sieben Windräder kündigten die Betreiber bereits einen Bauantrag beim Landratsamt Tirschenreuth an. Die Betreiber erhoffen sich einen Baubeginn im Herbst. Doch der Schwarzstorch könnte die Pläne kippen. Bradtka: „Es geht hier um Millionen. Der geschützte Vogel macht dieses Megaprojekt unmöglich.

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