Vor dem Landgericht Hof

Millionen Steuern hinterzogen: Unternehmer angeklagt

Hof - 2,1 Millionen Euro soll ein 65-jähriger Pflegeheim-Betreiber dem Staat schulden. Wegen Steuerbetrug steht er nun vor Gericht - äußern wollte er sich zunächst nicht.

Es geht um Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall, deswegen steht nun ein Betreiber von Pflegeheimen seit Montag vor Gericht. Er hatte im Raum Coburg ein Firmenkonsortium für den Betrieb, die Verpachtung und den Verkauf von Pflegeheimen für Senioren und Menschen mit Behinderungen unterhalten. Laut Anklage täuschte er gegenüber den Finanzbehörden vor, ins Ausland gezogen zu sein - während er in Wahrheit ja weiter in Deutschland und damit steuerpflichtig war.

In dem Prozess geht es um Vorgänge aus den Jahren 2010 und 2012. Seit 2011 saß der Mann hinter Gittern - er war in einem früheren Prozess wegen Steuerhinterziehung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Davon saß er zwei Drittel ab. Trotz der Haft hätte er seinen steuerlichen Pflichten nachkommen und seine Einkünfte erklären müssen, steht in der Anklage. „Die Pflicht zur Erklärung wäre dem Angeschuldigten ein Leichtes gewesen, war er doch während seiner gesamten Inhaftierung steuerlich beraten und hatte regelmäßige und außergewöhnlich viele Haftbesuche von Steuerberatern“, betont die Staatsanwaltschaft.

Gelder flossen auch auf ein Schweizer Konto

Von Konten zweier Kapitalgesellschaften, deren Geschäftsführer der Angeklagte war, flossen der Staatsanwaltschaft zufolge insgesamt 2,9 Millionen Euro auf ein Schweizer Konto einer Firma mit Sitz in Belize - hinter der wiederum der Angeklagte gesteckt haben soll. Ähnlich lief es laut Anklage mit einem Verkauf einer Immobilie für 5,5 Millionen Euro.

Auch gegen den Sohn des Angeklagten läuft derzeit ein Verfahren in Hof wegen Steuerhinterziehung - ebenso wie gegen Steuerberater, die an dem Komplex beteiligt gewesen sein sollen. Der Prozess gegen den Sohn konnte zuletzt allerdings nicht beginnen, weil dieser aus gesundheitlichen Gründen als nicht verhandlungsfähig galt.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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