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Sie soll Leichenfotos per WhatsApp an zwei Kolleginnen verschickt haben - inklusive makabrer Kommentare: Gegen eine 34-jährige Altenpflegerin ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Staatsanwalt ermittelt

Per WhatsApp: Pflegerin verschickt Leichen-Fotos

Nürnberg - Sie soll Leichenfotos per WhatsApp an zwei Kolleginnen verschickt haben - inklusive makabrer Kommentare: Gegen eine 34-jährige Altenpflegerin ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

ine frühere Nürnberger Altenheim-Mitarbeiterin soll verstorbene Heimbewohner fotografiert und die Aufnahmen anschließend per Handy an zwei Kolleginnen geschickt haben. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb Ermittlungen gegen die Frau eingeleitet. Ein Sprecherin der Anklagebehörde bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Sollten die Vorwürfe zutreffen, hätte die Heimmitarbeiterin das „Andenken Verstorbener verunglimpft“. Darauf stehen laut Strafgesetzbuch zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Die Vorfälle waren nach Angaben des Heimbetreibers, der Diakonie Bayern, im Februar bekanntgeworden. Ein Sprecher des Diakonischen Werks zeigte sich am Donnerstag „fassungslos“ über den Vorfall in dem Heim im Nürnberger Süden. Das Verhalten entspreche in keiner Weise der Vorstellung von diakonischem Berufsethos, sagte er. Der Heimleiter habe nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort reagiert und der Mitarbeiterin fristlos gekündigt. Eine in den Fall verwickelte Mitarbeiterin sei derzeit in Mutterschutz, eine dritte Kollegin habe von sich aus gekündigt.

Nach vorläufigen Erkenntnissen hat die Heim-Mitarbeiterin die Toten mit ihrem Foto-Handy aufgenommen und die Bilder später per Kurznachrichtendienst WhatsApp verschickt. Die Bilder seien ausschließlich an zwei Kolleginnen gegangen, sagte der Diakonie-Sprecher. Diese hätten sich zu einer WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Die dreisten Drei“ zusammengeschlossen. „Wir können ziemlich sicher ausschließen, dass die Bilder einem größeren Kreis zugeschickt wurden.“

Die Ermittler waren auf den Fall aufmerksam geworden, weil sich auf einem der versandten Toten-Fotos der Hinweis befand: „War wohl zu viel Morphium“. Ermittlungen hätten allerdings den Verdacht einer falschen Behandlung nicht bestätigt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. „Das können wir inzwischen definitiv ausschließen. Die Vergabe von Morphium hat das Altenheim vorbildlich dokumentiert. Danach entsprach die verabreichte Menge der ärztlichen Verordnung.“

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz in Dortmund nahm den Fall zum Anlass, um Heimbetreiber zu erhöhter Sensibilität aufzufordern: Der Umgang mit Verstorbenen müsse in der Altenpflege eine herausragende Bedeutung haben. Es sei der falsche Weg, wenn andere Träger glauben, dass bei ihnen eine solche Entgleisung nicht möglich sei.

dpa

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