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Die Bergwacht beim Einsatz am Pidinger Klettersteig.

In Piding

Gehörloser stürzt am Klettersteig - seine ebenfalls gehörlosen Begleiter bemerken nichts

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Ein 37-Jähriger ist am Sonntag an einem Klettersteig gestürzt und musste von der Bergwacht mit einem Helikopter gerettete werden. Seine Begleiter bekamen von dem Vorfall offenbar nichts mit. 

Piding - Einen sehr großen Schutzengel hatte ein gehörloser 37-Jähriger, der am Sonntagnachmittag am Pidinger Klettersteig gestürzt ist. Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing und die Besatzung des Rettungshubschraubers „Christoph 14“ mussten den  erschöpften und verletzten Klettersteiggeher aus der Gipfelwand des Pidinger Klettersteigs auf der Nordseite des Hochstaufens retten. 

Der Mann war mehrmals in sein Klettersteigset gestürzt und hatte sich nach erster Einschätzung der Retter leicht verletzt – die beiden ebenfalls gehörlosen Tourenpartner vor ihm hatten von der Notsituation nichts mitbekommen und waren weiter aufgestiegen. Nachfolgende Klettersteiggeher fanden den Erschöpften in der Gipfelwand noch unterhalb des Wandbuchs und setzten gegen 14 Uhr einen Notruf ab.

Die Besatzung des Rettungshubschraubers fand den 37-Jährigen auf Anhieb. Ein Retter stieg zum Patienten ab, übernahm die Erstversorgung und ließ ihn dann am Seil rund 15 Meter tief bis auf einen Felskopf ab. In der Zwischenzeit brachte der Pilot zwei weitere Bergretter zum Klettersteig, um die seine Begleiter zu suchen.

Der 37-Jährige wurde dann an einem 50 Meter langen Seil zum Zwischenlandeplatz geflogen, wo er ärztlich untersucht und versorgt wurde. Der Hubschrauber brachte den Mann dann zum Klinikum Traunstein.

Ein ereignisreiches Wochenende für die Höhenretter

Bereits am Sonntagmorgen gegen 6.30 Uhr ging ein Notruf vom Gipfelplateau des Mittelstaufens ein, wo Bergsteiger biwakiert hatten. Einer der Bergsteiger war einige Meter tief abgestürzt und hatte sich unter anderem am Knie erheblich verletzt. Die Besatzung von „Christoph 14“ übernahm den Einsatz mit Dienstbeginn um 7 Uhr, landete am Mittelstaufen-Landeplatz, versorgte den Bergsteiger notärztlich und flog ihn dann zum Klinikum Traunstein.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 1.15 Uhr musste die Bergwacht Teisendorf-Anger auf den Teisenberg ausrücken, wo ein Mountainbiker auf der Abfahrt von der Stoißer Alm schwer gestürzt war. Die Bergretter versorgten den 27-jährigen Einheimischen, den dann die Rettungswagen-Besatzung des Teisendorfer Roten Kreuzes in die Kreisklinik Bad Reichenhall brachte.

Lesen Sie auch: 30-Meter-Sturz: Deutsche Kletterin rettet 20-Jährigen in den österreichischen Alpen

mm/tz

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