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Pilot Peter Negwer lässt sich vom missglückten Landeanflug am Mittwoch nicht beirren: Stunden später setzte sich der 84-Jährige in Brannenburg wieder in ein Segelflugzeug.

„Das macht man so!“

Pilot (84) stürzt mit Segelflugzeug ab - und fliegt einfach weiter

Der Landeanflug missglückt und das Segelflugzeug hat einen Totalschaden. Trotz Totalschaden am Flieger hat der 84-jährige Pilot allerdings die Ruhe weg und reagiert einfach unglaublich.

Brannenburg – Die Fliegerkollegen hatten am vergangenen Mittwoch den Atem angehalten: Mit seinem Segelflugzeug, einer ASK 13, schießt der 84-jährige Peter Negwer „ziemlich schnell“ über die Landebahn hinaus, die Maschine wird von sogenannten Leewirbeln erfasst, landet in den Bäumen und sackt zu Boden. 

Fast unverletzt kann Negwer aus dem Segelflugzeug steigen. An einer Hand hat er Schnittverletzungen, verursacht durch die gesplitterte Fensterscheibe des Fliegers.

Totalschaden nach dem missglückten Landeanflug

Wenige Stunden nach dem missglückten Landeanflug – „das war beileibe keine Bruchlandung. Schreiben Sie das ja nicht“, betont er – setzt sich der erfahrene Pilot zusammen mit einem Sicherungspiloten schon wieder an den Steuerknüppel. Das sei durchaus üblich, unterstreicht er nüchtern. Ein Bergsteiger würde ja nach einem Sturz ins Seil auch weiterhin seiner Leidenschaft frönen. Segelflug sei – wie jede andere Sportart – mit Risiken verbunden und man müsse damit eben verantwortungsbewusst umgehen. 

Die Gelassenheit des leidenschaftlichen Piloten liegt wohl an seiner jahrzehntelangen Erfahrung: Seit 1953 hat er sein Herz an den Flugsport verloren. Sein Wissen bringt er im Flugsportverein Rosenheim ein, den er sogar 20 Jahre als Vorsitzender geleitet hat.

Sehr gerne sei er mit der stechend blauen ASK 13 geflogen, die nun mit einem Totalschaden „nicht mehr aufzubauen ist“, so Negwer bedauernd. Der Flugsportverein wird sich eine neue Maschine zulegen, doch zunächst gilt es, dafür Geld zu sammeln.

Fast unverletzt kann Pilot Peter Negwer aus dem Segelflugzeug steigen.

Gelegenheit bietet sich beim Fliegerfest in Flintsbach am Alten Flugplatz am Samstag, 1. Juli, 15 Uhr, und am Sonntag, 2. Juli, 11 Uhr. Peter Negwer ist dort natürlich anzutreffen: Er wird für die Besucher Steckerlfische grillen.

Von Eva Maria Gruber

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