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Tarifkonflikt bei Lufthansa

Pilotenstreik: Das erwartet Reisende in Bayern 

München - Wenig Bewegung bei der Lufthansa: Der Tarifkonflikt bleibt festgefahren - und auch für Freitag sind am Münchner Flughafen wieder Hunderte Flüge gestrichen.

Der Piloten-Streik bei der Lufthansa stellt die Passagiere von Deutschlands größter Airline auch in München auf eine Geduldsprobe. Nach jeweils rund 360 Flügen am Mittwoch und Donnerstag hat die Lufthansa für Freitag noch einmal rund 350 Starts und Landungen am Münchner Flughafen gestrichen. Bei den Passagieren scheint der Ausstand aber schon fast zur Routine geworden zu sein - am Donnerstag blieb es an den Schaltern der Airline am Flughafen München wie schon am Vortag ruhiger als sonst. Viele Lufthansa-Passagiere kamen erst gar nicht zum Flughafen.

Für gestrandete Fluggäste hatte die Airline vorsorglich Betten in umliegenden Hotels reserviert, die aber dank des Sonderflugplans praktisch nicht genutzt werden mussten, wie die Sprecherin sagte. Auch Conrad Mayer von der Kreisstelle München des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes sagte, schon angesichts der großen Kapazitäten von rund 76 000 Hotelbetten im Großraum München falle der Streik nicht ins Gewicht. Im Gegenzug könnten ja auch manche Gäste wegen des Piloten-Streiks nicht anreisen, das dürfte sich in etwa ausgleichen.

Die Bahn geht nicht auf den Streik ein - keine Sonderzüge geplant

In dem bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.

Der Konzern forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit Nachdruck dazu auf, einer Schlichtung zuzustimmen. „Wir sind als Vorstand für mehr als 120 000 Mitarbeiter verantwortlich und wollen Lufthansa zukunftsfähig aufstellen. Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein“, sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister laut Mitteilung.

Bereits am Vortag hatte das Fernbusunternehmen Flixbus über einen Nachfrageschub durch den Streik berichtet: Gerade auf Metropolverbindungen wie Berlin - München und Frankfurt - Paris verzeichne man bis zu zehn Prozent mehr Buchungen als sonst, teilte das Unternehmen mit. Bei der Deutschen Bahn dagegen kam es durch die Streiks nicht zu einem Ansturm von Reisenden.

Bundesweit sagte die Lufthansa für Freitag 830 Flüge ab, betroffen sind nahezu ausschließlich Kurz- und Langstrecken mit rund 100 000 Passagieren. Sie können sich weiterhin über die Internetseite Lufthansa.com informieren, ob ihre Verbindung unter den gestrichenen Flügen ist.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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