Wo sind freien Autobahn-Parkplätzen?

Pilotprojekt: Leitsystem für Lasterfahrer

Feucht - Parkplätze für Lastwagen sind an Autobahnen oft Mangelware. Falsch abgestellte Laster führten bereits zu schweren Unfällen. Ein Pilotprojekt soll Brummifahrern künftig den Weg zum nächsten freien Stellplatz weisen.

Nach mehreren schweren Unfällen wegen falsch geparkter Lastwagen an Autobahnen soll ein Leitsystem den Brummi-Fahrern künftig bei der Suche nach freien Parkplätzen helfen. Das bundesweit einmalige Pilotprojekt werde 2014 an 21 größeren Parkplätzen und Rastanlagen an der Autobahn 9 zwischen Nürnberg und München starten, kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in Feucht (Landkreis Nürnberger Land) an.

Der Bund stellt für das System fünf Millionen Euro bereit, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer (CSU). Es könne zum Vorbild für vergleichbare Strecken im gesamten Bundesgebiet werden.

An Ein- und Ausfahrten zu den Rastplätzen werden Zählgeräte installiert, die zwischen Lastwagen und Auto unterscheiden können. Die durch die Zu- und Abfahrten berechneten freien Stellflächen sollen unter anderem über Smartphones abrufbar sein. Die Daten würden auch Herstellern von Navigationssoftware zur Verfügung gestellt. Dadurch werde die Sicherheit erhöht und den Fahrern die oft langwierige Suche nach Parkplätzen erleichtert.

Der Landesverband der bayerischen Spediteure, der seit Jahren mehr Lkw-Stellflächen fordert, begrüßte das Pilotprojekt. „Es ist ein gutes Frühwarnsystem“, sagte Geschäftsführerin Edina Brenner der Nachrichtenagentur dpa. Erfreulich seien allerdings auch die weiteren Ausbaupläne.

Innenminister Herrmann kündigte zugleich den Bau von rund 1000 neuen Lkw-Parkplätzen in Bayern an. Dafür seien allein in diesem Jahr 25 Millionen Euro eingeplant. Andreas Scheuer sprach von bundesweit 2000 Parkplätzen, die derzeit im Bau seien. 15 000 seien in Planung.

In einem weiteren Pilotprojekt auf der Rastanlage Jura an der Autobahn 3 in der Oberpfalz soll außerdem das sogenannte Kompaktparken erprobt werden. Dabei stellen sich mehrere Lastwagen ohne mittlere Fahrgasse hinter- und nebeneinander. Damit sich die Fahrzeuge bei der Abfahrt nicht behindern, werden sie zeitlich sortiert. Herrmann zufolge können mit diesem System bis zu 50 Prozent mehr Laster „geordnet abgestellt“ werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schwimmbad wegen Handgranate gesperrt
Im Lindenhofbad fanden drei Mädchen eine Handgranate. Sie konnte zwar erfolgreich geborgen werden, doch das Schwimmbad soll noch eine Weile gesperrt bleiben.
Schwimmbad wegen Handgranate gesperrt
Wanderer sauer: Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen nachts geschlossen
Für Wanderer warten im September die goldenen Tage. Mit der Partnachklamm bleibt ein Nadelöhr für Touren rund um die Zugspitze vorerst nachts geschlossen. Viele …
Wanderer sauer: Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen nachts geschlossen
Rollerfahrer kracht gegen Auto und wird lebensgefährlich verletzt
Ein 27 Jahre alter Rollerfahrer geriet am Mittwochmorgen auf der Bundesstraße 470 bei Pretzfeld (Landkreis Forchheim) auf die Gegenspur. Dort krachte er in ein Auto und …
Rollerfahrer kracht gegen Auto und wird lebensgefährlich verletzt
Auto rammt Laster - Fahrerin schwer verletzt
In der Nacht zum Mittwoch rammte eine Autofahrerin auf der A8 bei Augsburg einen LKW. Dieser hatte verbotenerweise in der Zufahrt zu einem Autobahnparkplatz geparkt.
Auto rammt Laster - Fahrerin schwer verletzt

Kommentare