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So schön ist's auf Zypern. Man soll dort auch hervorragend golfen können.

Pleite-Banker führt Luxus-Leben unter Palmen

München - Ist die Bank erst ruiniert, lebt sich’s auf Zypern ungeniert. So könnte man wohl das Motto eines 52-jährigen ehemaligen Managers der Bayerischen Landesbank beschreiben.

Der Banker war 2007 mitverantwortlich für einen Verlust von 45 Millionen Euro beim Handel mit Aktien des Chemiekonzerns Altana. Wie das ARD-Magazin Report München in seiner jüngsten Sendung exklusiv veröffentlichte, führt der Starnberger Familienvater jetzt bei voller Lohnfortzahlung von 180 000 Euro im Jahr ein Luxusleben unter Palmen!

Laut Report München lebt der Manager, der direkt dem Vorstand unterstellt war, seit Weihnachten auf Zypern nahe der Stadt Larnaca in einer Villa mit Swimmingpool, Palmengarten und traumhaftem Blick aufs Meer. Sein Haus in Herrsching am Ammersee – drei Bäder, Wellness, Wintergarten – steht für 1,15 Millionen im Internet zum Verkauf. Auf den Erlös ist er aber gar nicht angewiesen. Er kann sich sein Sonnendomizil (gestern: 20 Grad!) nebst Erst- und Zweitwagen auch so leisten. Die BayernLB – und damit der Steuerzahler – zahlt ja!

Die reichsten Deutschen

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Oliver Mayer-Rüth (36), Reporter von Report München, hat den Manager in seinem Haus unter Palmen einen Besuch abgestattet. Vor der Kamera reden wollte der nervös gewordene Familienvater nicht. „In einem Gespräch unter vier Augen hat er mir gesagt, dass er legal gehandelt habe. Er sei kein Krimineller und wolle seine Privatsphäre schützen“, sagte Oliver Mayer-Rüth der tz. „Er sah aus, als ob es ihm sehr gut geht. Braungebrannt, durchtrainiert, im Freizeit-Look. Seine 52 Jahre sieht man ihm nicht an“, beschreibt der Reporter. „Die Villa liegt malerisch auf einem Hügel mit Blick aufs Meer. Im Palmengarten ist ein großer Swimmingpool. So würde ich auch gerne wohnen.“ Mayer-Rüth geht davon aus, dass der Manager sich hier dauerhaft niedergelassen hat. „Jedenfalls gehen seine zwei Kinder hier zur Schule.“

Einem Pleite-Manager den vorzeitigen Ruhestand unter Palmen zu finanzieren – das hatte die BayernLB so freilich nicht geplant. Die Bank hatte den 52-Jährigen schon im Juni 2007 rausgeschmissen, weil er das Multi-Millionengeschäft versiebt hatte. Aber das ließ er sich nicht gefallen, klagte vor dem Münchner Arbeitsgericht – und bekam recht! Der tz liegt das 19-seitige Urteil vom Juni 2008 vor, aus dem hervorgeht: Die fristlose Kündigung ist nicht wirksam. Grund: Ein Arbeitnehmer, auch ein leitender Angestellter, trage „keine unternehmerische Verantwortung“, aufgrund derer er „unabhängig von einer persönlichen arbeitsvertraglichen Pflichtverletzung“ einstehen müsse. Kurz: Der Manager hat trotz der Millionenverluste nicht gegen seinen Arbeitsvertrag verstoßen und muss bis zu einer ordentlichen Kündigung weiterbeschäftigt werden. Wann diese rechtskräftig wird, steht noch nicht fest.

Weiterbeschäftigen wollte die BayernLB den Kläger aber nicht – und ist ihn für 180 000 Euro im Jahr nach Zypern los geworden. Und der 52-Jährige ist bei weitem nicht der einzige Ex-Manager, den die Landesbank so großzügig abgefunden hat! Die BayernLB hat in diesen Tagen indes andere Sorgen als ein paar Hunderttausend Euro Abfindungen. Der bayerische Landtag drängt auf Ermittlungen im Milliardenskandal der Landesbank, der Bund der Steuerzahler hat bereits Strafanzeige wegen Untreue und Betrugs gegen Mitglieder des Vorstands erhoben. Den 52-jährigen Ex-Manager dürfte das alles nicht mehr interessieren. Er sorgt sich vermutlich mehr um die Wolken, die für heute am sonnenverwöhnten Himmel über seiner Villa angekündigt sind.

Simone Herzner

Quelle: tz

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