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Nicht zufrieden: Bayerns Polizisten beschweren sich über die neue Uniform.

Einsatz in Bayern nimmt kurioses Ende

Naht am Gesäß aufgeplatzt: Neue Polizei-Uniform besteht Praxis-Test nicht

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Bayerns Polizisten tragen seit August einheitlich blau statt grün. Im Berufsalltag bringt die neue Uniform allerdings einige Probleme mit sich. Das sorgt für Kritik von Seiten der Beamten.

Update, 28. September 2018, 9.40 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei Mittelfranken hat gegenüber dem Bayerischen Rundfunk ihre Kritik an den neuen Uniformen wiederholt. Viele Kollegen seien vor allem mit der „unangenehmen“ Passform der Hosen unzufrieden, sagte der Vorsitzende Helmut Frey. Einem Beamten sei bei einem Einsatz gar die Naht am Gesäß aufgeplatzt. 

Zudem würde sich laut Meldungen der Kollegen die hellblaue Farbe der Hemden schnell auswaschen, berichtete Frey. Bereits mehr als 300 Mängel-Meldungen seien bislang bei der Gewerkschaft eingegangen. 

Bayerns Innenminister nimmt sich die Kritik der bayerischen Polizisten zu Herzen. „Wir wollen, dass unsere Beamten mit den Uniformen sehr zufrieden sind. Und darum müssen die Beschwerden entsprechend abgearbeitet werden und gegebenenfalls auch auf den Hersteller eingewirkt werden, dass auch die Produktion sich noch mal ändern muss“, ließ Joachim Herrmann (CSU) verlauten.

Bayerns Polizisten beklagen sich über neue Uniform

München - Funktionaler, eine bessere Passform und höherer Tragekomfort: Zur Einführung wurde die neue blaue Uniform für Bayerns Polizisten gelobt. In der Praxis zeigen sich aber viele Probleme mit der neuen Dienstkleidung.

Kritisiert wird von den Beamten vor allem, dass der Stoff schon nach kurzer Zeit deutliche Gebrauchsspuren zeige. Zum Beispiel würden die Nähte ohne große Beanspruchung reißen. Schon nach wenigen Waschgängen verliere die Uniform außerdem ihre Farbe. Auch die mangelhafte Passgenauigkeit wurde beklagt. Daher genüge sie nicht den Anforderungen für einen täglichen Gebrauch. 

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat diese Mängel seit Beginn der Einführung im Jahr 2016 gesammelt und bereits mehrfach darauf hingewiesen. Laut Reinhard Nachtigall, der Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes der Deutschen Polizeigewerkschaft, gab es von der Staatsregierung bisher nur relativierende Rückmeldungen.

SPD und Freie Wähler kritisieren neue Polizeiuniformen

Laut des SPD-Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl fragen sich viele Polizisten, ob es bei der Anschaffung der neuen Uniformen hauptsächlich um einen günstigen Preis gegangen sei. Strobl habe sich bereits Mitte August an den Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gewendet, bisher aber noch keine Antwort erhalten.

Auch Hubert Aiwanger von den Freien Wählern erklärt, dass seine Partei sich wegen der schlechten Qualität der Polizeiuniformen schon öfter an die Staatsregierung gewendet hat. Das hätte diese bisher immer bestritten. Aiwanger fordert, dass Bayerns Polizei wieder Kleiderkammern bekommen soll, wo die Beamten die Dienstkleidung anprobieren können. „Der derzeitige Versand per Paket klappt nicht, vielfach fallen die Größen anders aus als bestellt und Lieferungen dauern manchmal Monate“, erklärt er.

Innenminister Herrmann räumt Probleme mit Hundehaaren ein

Bei der offiziellen Vorstellung der neuen Dienstkleidung für Bayerns Polizisten am Donnerstag, 30. August, in München räumte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein, dass sich der neue Stoff nicht gut mit Hundehaaren vertrage. Vor allem für die Hundestaffel müssen daher die Uniformen noch weiterentwickelt werden.

Er findet, dass sich der Aufwand, die 27.500 Polizisten neu auszustatten, gelohnt habe. „Die neue Uniform mit hochmodernen atmungsaktiven Textilien unterstützt unsere Polizistinnen und Polizisten zu jeder Jahreszeit bei Wind und Wetter, bestmöglich für unsere Sicherheit zu sorgen“, sagt er. Außerdem böten die neuen Polizeiuniformen Schnitte, in denen sich auch Polizistinnen wohlfühlen.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Und Justizminitser Winfried Bausback (CSU) präsentierten die neuen Bayerischen Polizeiuniformen.

Video: Apropos Hundehaare - Das passierte mit einer alten Polizei-Uniform

Diese Bayerische Dackeldame weiß den Tragekomfort der altecen Uniform zu schätzen. „3 Sterne“ - für diesen tollen Pullover.

Beim Trageversuch wurden keine Mängel festgestellt

Vor der Einführung der neuen Uniformen wurden diese in einem Trageversuch getestet. Rund 600 Beamte nahmen daran teil. Laut Rainer Nachtigall von der DPolG gibt es aber Unterschiede zwischen der getesteten und ausgelieferten Uniform. „Die ausgelieferte Qualität entspricht nicht der Uniform, welche im Trageversuch erprobt wurde“, sagt er. 

Das Problem verschärfe sich auch dadurch, dass die Uniformen aus dem niedersächsischen Hann. Münden vertrieben werden. Daher finde die angekündigte Qualitätssicherung nicht genügend statt. Die DPolG fordert ein eigenes Logistikzentrum in Bayern. „Bayerns Polizisten wollen zu der guten Qualität der Uniform des Trageversuchs zurück“, so Nachtigall. „Da machen wir keine Kompromisse.“

Umstellung auf neue Uniformen kostete rund 40 Millionen Euro

Die Umstellung auf die neuen Uniformen für Bayerns Polizisten kostete laut Innen- und Justizministerium rund 40 Millionen Euro. Außer der Standarduniformen wurde auch die Sonderbekleidung für die Motorrad- und Reiterstaffel erneuert. Noch ausgestattet werden die Hunde- und Hubschrauberstaffel. 

Von Grün zu Blau: Nicht nur die Standarduniformen, sondern auch die Sonderkleidung wie die der Motorradstaffel wurde umgestellt.

In einem Vorauswahlverfahren habe man knapp 550 Beamte elf Uniformen austesten lassen und sich dann für das österreichische Modell als neue Basis entschieden, erklärte Herrmann. Für die Umstellung sind laut Innen- und Justizministerium insgesamt Kosten um die 40 Millionen Euro entstanden.

Laut Innenminister Herrmann soll außerdem darüber hinaus in die Bayerische Polizei investiert werden. Als Beispiel nannte er Schutzausstattung wie Taser und Drohnen.

Die neue Uniform für bayerische Polizisten bringt im Berufsalltag also einige Probleme mit sich. Auch Justizvollzugsbeamte wurden damit ausgestattet - eine Betroffenen aus dem oberbayerischen Landkreis Altötting spricht jetzt darüber.

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sch/dpa/lby

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