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Mit diesem Signal will die Polizei in Zukunft Autofahrer in Bayern stoppen.

Bayerns Ordnungshüter auch auf Englisch

So sieht das neue "Police"-Signal aus

München - Bayerns Polizei arbeitet in Zukunft mit neuen Signalen. Sowohl akustisch als auch optisch wird eine neue Generation von Aufforderungen zum Anhalten eingeführt.

Nürnberg (dpa/lby) - Der grell-rote Blitz ist nur noch schwer zu übersehen, der schrille Heulton dürfte selbst Schwerhörige aufschrecken: Mit neuartigen Anhaltesignalen will Bayerns Polizei Verkehrssünder künftig im fließenden Verkehr wirksamer stoppen. Nach einem erfolgreichen mehrmonatigen Test der neuen Technik würden nun alle neuen Streifenwagen mit dem „roten Flash“ und dem sogenannten „Yelp“-Ton ausgerüstet, kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag in Nürnberg an. Das neue akustische Signal ähnelt dem Warnton US-amerikanischer Polizeiwagen.

„In zwei Jahren haben wir nahezu alle Streifenwagen mit den neuen Anhaltesignalen ausgestattet“, versprach der Minister. Bis dahin sollen im Freistaat rund 2000 neue Fahrzeuge im Einsatz sein. Die Kosten für das rote Blitzsignal und den grellen Sirenenton hielten sich in Grenzen, betonte Herrmann. Der Aufpreis für die roten Blitzlampen belaufe sich auf 100 Euro pro Wagen. Das „Yelp“-Signal könne über eine Software aktiviert werden.

Nach Herrmanns Darstellung hatte der bisher bei Kontrollstopps eingesetzte rote Schriftzug „Stop Polizei“ und das zugeschaltete Blaulicht immer wieder zu Missverständnissen geführt. „Manche Verkehrsteilnehmer glaubten, dass die Polizei nur zügig vorbeifahren wollte“, berichtete Herrmann. Das habe die Besatzungen der Streifenwagen gelegentlich irritiert und den Verdacht aufkommen lassen, hier versuche der Fahrer, sich der Polizeikontrolle zu entziehen.

So hört sich das neue Yelp-Signal an

Den Ausschlag für die flächendeckende Einführung des roten Blitzsignals hätten unter anderem Untersuchungen des Polizeipräsidiums Unterfranken während der mehrmonatigen Testphase gegeben. Von den 334 kontrollierten Fahrern hätten zwar drei von vier bereits auf den Schriftzug „Stop Polizei“ reagiert. 18 Prozent hätten dagegen erst nach der Zuschaltung des roten Blitzsignals ihren Wagen gestoppt. Weitere sechs Prozent seien erst rechts rangefahren, nachdem die Streifwagenbesatzung zusätzlich den Heulton auslöste.

Um Missverständnis bei Autofahrern zu vermeiden, darf bei Kontrollstopps der Polizei künftig nur noch das rote Blitzlicht eingeschaltet werden, wie der Minister klarstellte. Das Blaulicht bleibe allein dringenden Einsatzfahrten vorbehalten, bei denen die Streifenwagen auf freie Fahrt angewiesen seien. Herrmann geht zudem davon aus, dass Beamte den „Yelp“-Ton nur in Ausnahmefällen zuschalten. So sollen Bürger vor Lärmbelästigung bewahrt werden. Bisher hätten sich nur vier Bürger schriftlich über den neuen Ton beschwert; sie hätten die „Amerikanisierung der bayerischen Polizei“ beklagt.

dpa

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