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Höchstgeschwindigkeit 17 Stundenkilometer – doch dieser Ackerschlepper von Georg Adlberger soll in Österreich zur Höchstform aufgelaufen sein.

Polizei blitzt rasenden Schlepper

Markt Schwaben - Mit 104 km/h in einer 80er-Zone will die Polizei einen oberbayerischen Bauern bei Wien geblitzt haben. Doch der Landwirt ist sich sicher: Sein Fahrzeug kann nicht auf dem Radarbild abgebildet sein.

55 Euro soll Georg Adlberger zahlen, oder aber 18 Stunden im Gefängnis absitzen. Das steht in einer Strafverfügung von der österreichischen Polizei. Diese fand der Landwirt aus Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg) vor einigen Tagen in seinem Briefkasten.

Er soll am 15. Juli mit einem auf seinen Namen zugelassenen Fahrzeug über eine Schnellstraße bei Schwechat in der Nähe von Wien gebrettert sein. Mit 104 Stundenkilometern statt der erlaubten 80. Den Beweis liefere das ermittelte Ebersberger Kennzeichen sowie eine Messung mit einem Spezialgerät.

Doch Georg Adlberger bestreitet das energisch – und mit guten Beweisen. Warum sollte er als Bauer aus Oberbayern auf einem Autobahnzubringer in der Nähe von Wien unterwegs sein? Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei dem angeblich geblitzten Fahrzeug um einen Deere/Lanz-Ackerschlepper handelt, Erstzulassung 1938. Mit gutem Zureden wird dieser nicht einmal die Spitzengeschwindigkeit eines durchschnittlich guten Läufers erreichen. Laut Fahrzeugschein ist die Zugmaschine zugelassen für eine Höchstgeschwindigkeit von 17 Stundenkilometern. Immerhin wird in der Strafverfügung kulant darauf hingewiesen, dass eine Messtoleranz zugunsten des Beschuldigten schon berücksichtigt worden sei.

Georg Adlberger ist durchaus spendabel und sozial engagiert – wenn es um die Linderung der Not anderer geht. Doch die ihm angedrohte Geldstrafe will er ganz gewiss nicht ins Nachbarland zahlen. Der Schwechater Polizei hat Adlberger inzwischen eine Kopie des Fahrzeugscheins geschickt.

Eine Antwort aus Schwechat steht noch aus. Vorläufig werden sich die Ermittler wohl an den ersten Punkt der mitgeschickten Rechtsmittelbelehrung halten. Dort heißt es wörtlich: „Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie die Tat etwa nicht oder anders begangen haben und deshalb Einspruch erheben, tritt die Strafverfügung außer Kraft. Wir leiten dann das ordentliche Verfahren ein, das heißt, wir ermitteln weiter und prüfen alle Umstände des Falls“. Georg Adlberger sieht diesem Verfahren gelassen entgegen – dass auch noch eine Mahnung in sein Haus flattert, kann er sich beim besten Willen nicht vorstellen.

von Jörg Domke

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