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Im Zuge der Ermittlungen bezüglich ungeklärter Todesfälle in der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf hat die Polizei nun eine ehemalige Heimbewohnerin exhumiert. 

Was verrät die Leiche der Seniorin?

Horrorheim: Ermittler öffnen Grab einer Bewohnerin († 88)

Würzburg - Wegen Totschlagverdachts hatte die Polizei die Geschäftsführerin und den Pflegedienstleiter eines Altenheims bei Würzburg festgenommen. Jetzt wurde eine ehemalige Bewohnerin exhumiert.

Zuerst klang es wie der Rachefeldzug gemobbter Pflegekräfte: Im Schloss Gleusdorf bei Bamberg sollen Senioren misshandelt und bestohlen worden sein. Dann marschierte aber vor vier Wochen der Staatsanwalt in dem Altenheim ein und nahm Chefin Corinna Z. (56) und ihren Pflegedienstleiter Kai S. (46) fest. Der Verdacht: Totschlag durch Unterlassen. Und Montag nun diese Hammernachricht: Auf dem Friedhof von Strullendorf wurde das Grab von Stanka S. (†88) exhumiert! Der mysteriöse Tod der Heimbewohnerin Anfang 2013 wird neu aufgerollt …

Ein erfülltes Leben ist sanft zu Ende gegangen“, stand über der Traueranzeige, die ihr Sohn Norbert (lebt im Landkreis Fürstenfeldbruck) damals in der Lokalzeitung veröffentlichte. Bis zu den Enthüllungen im November dieses Jahres ging der Informatiker immer davon aus, dass seine Mama auf Schloss Gleusdorf vorbildlich umsorgt wurde – denn auch sein Vater und sein Bruder wurden hier gepflegt.

Doch im Kripoverhör enthüllte eine Altenpflege­assistentin Ungeheuerliches: „Bewohnerin Stanka S. ist mittags gestürzt. Ich durfte keinen Arzt hinzuziehen. Die Chefin hat lieber selbst mit Tabletten rumgemacht. Drei Tage lang hat sie Tag und Nacht geschrien, dann lag sie tot im Bett.“ Angeblich soll der Vertrauensarzt des Heimes, gegen den ebenfalls wegen Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse ermittelt wird, einen natürlichen Tod attestiert haben.

Da dem Sohn der Verstorbenen an einer raschen Aufklärung des Falles gelegen war, gab er sein Einverständnis zur Exhumierung. Montag waren auf dem Friedhof noch die Spuren zu sehen: Nur ein paar Holzbretter deckten das Loch im Boden ab, daneben ein riesiger Erdhaufen. Ein Rechtsmediziner war bei der Exhumierung anwesend, er untersucht derzeit die Leiche auf ein Sturzgeschehen. „Durch die Obduktion soll nunmehr die Todesursache geklärt werden“, sagte Oberstaatsanwalt Otto Heyder. Mit einem Ergebnis wird im Laufe der Woche gerechnet.

Auf Schloss Gleusdorf läuft unterdessen der Pflegebetrieb weiter – auch wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen inzwischen einräumt, dass man seine noch im August vergebene Prüfnote 1,7 „vergessen“ könne: „Wir haben manifeste pflegerische Defizite festgestellt“, sagt die Leitende MDK-Ärztin Dr. Ottilie Randzio (61). Nach Angaben des Gesundheitsministerium seien offene Psychopharmaka-Packungen gefunden worden, die keinem Patienten zuzuordnen gewesen seien. Laut Aussage von Ex-Pflegerinnen soll Geschäftsführerin Corinna Z. Medikamente von Verstorbenen gehortet und nach eigenem Gutdünken Patienten ins Essen gemischt haben. Noch kurz vor der Razzia hatte Heimleiter Peter U. (64) in einem Brief an Angehörige von einer Rufmordkampagne gesprochen...

tz

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