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Senioren leben gefährlich: Vor allem wenn sie zu Fuß unterwegs sind, werden Ältere oft Unfallopfer.

Polizei mahnt zur Rücksicht auf Senioren

München - 2009 gab es in München weniger Unfälle und Verkehrstote als im Vorjahr, dafür aber mehr Verletzte. Der Verkehrsbericht der Münchner Polizei belegt zudem eine alarmierende Entwicklung: Immer mehr Unfälle werden von jungen Erwachsenen verursacht.

Vergangenes Jahr gab es in München 40 163 Verkehrsunfälle und somit 1286 weniger als 2008. Auch die Zahl der Verkehrstoten ist gesunken: 16 Menschen kamen bei Unfällen in der Landeshauptstadt ums Leben – vier weniger als im Vorjahr. Hinsichtlich der Verkehrstoten ist München damit im Vergleich zu Berlin und Hamburg die sicherste Großstadt.

Welche Stellen Münchens besonders gefährlich sind, wollte Kriminaldirektor Johann Gschoßmann bei der Vorstellung des Berichts am Freitag nicht sagen. „Gefährliche Kreuzungen haben wir in München nicht“, sagte Gschoßmann. „Im Verkehr ist der Mensch der Schwachpunkt.“

Obwohl es 2009 weniger Unfälle gab, stieg die Zahl der Opfer: 6202 Menschen wurden verletzt. Gefährdete Gruppen sind vor allem Radlfahrer und Senioren. Die über 65-Jährigen machen in München derzeit zwar nur 18 Prozent der Bevölkerung aus, aber mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten. Besonders gefährdet sind sie, wenn sie zu Fuß gehen: Von den acht Fußgängern, die letztes Jahr in München ums Leben kamen, waren sechs Senioren.

Johann Gschoßmann forderte, „auf sie mehr Rücksicht zu nehmen“. Die Polizei versucht weiter, diesen Trend zu brechen: Schon seit Jahren bieten die Beamten ein Verkehrstraining für Senioren an, bei dem sie über die typischen Gefahren im Straßenverkehr informieren. Sorgen bereiten auch die Radlfahrer: Sie machten 2009 47 Prozent aller Schwerverletzten aus und waren mit Abstand die größte Gruppe vor Pkw-Fahrern und Fußgängern mit jeweils 19 Prozent.

Fünf Radfahrer starben bei Unfällen. Bei ihnen zeigt sich aber auch eine neue Tendenz. Laut Kriminaldirektor Gschoßmann fahren viele, die nicht mehr betrunken mit dem Auto fahren wollen, nun einfach betrunken mit dem Rad. „Man sollte nicht vergessen, dass ab 0,3 Promille der Führerschein entzogen werden kann“, sagte Gschoßmann. Unfallverursacher waren immer häufiger sogenannte junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren. Bei ihnen hat die Beteiligung an Unfällen zugenommen – egal, ob sie zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto unterwegs waren. Sie verursachten 3,8 Prozent Zusammenstöße mehr als im Vorjahr – die Polizei ist ob dieser Entwicklung alarmiert.

Gleiches gilt für die Sicherheit von Schulkindern: 90 Schüler wurden auf dem Schulweg verletzt. Deswegen nimmt die Polizei die Unfallstellen nun genau unter die Lupe. Ganze Haltestellen sollen verlegt werden. Zugleich kündigte die Polizei am Freitag intensive Verkehrskontrollen an. Denn immer mehr Verkehrsunfälle gehen auf überhöhte Geschwindigkeit zurück – 14,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Den traurigen Rekord stellte ein Mann auf, als er mit Tempo 146 durch den Richard-Strauss-Tunnel fuhr. 86 Stundenkilometer zu schnell.

Kai Göpfert

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