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Der Polizist ist selbst Jäger und wusste, was er tat, als er das Rehkitz anfasste. 

Ungewöhnlicher Einsatz in Parsberg

Polizei rettet "Bambi" - und sorgt mit diesem Foto für Aufsehen

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Eigentlich wollte die Polizei nur einem Rehkitz in Notlage helfen. Als die Beamten ein Foto der Heldentat auf Facebook posteten, fielen die Reaktionen jedoch anders als gedacht aus.

Parsberg - Jämmerliche Schreie im Bereich einer Wiese - so lautete die Mitteilung, die am Mittwochmorgen bei der Polizeiinspektion Parsberg eingegangen war. Umgehend rückten die Beamten aus und suchten das eingezäunte und unübersichtliche Areal nördlich von Parsberg ab. Die „Sofortfahndung“ verlief erfolgreich: Sie fanden ein Rehkitz, das sich in einem Weidezaun verfangen hatte. Da Bambi von selbst nicht mehr von der Stelle kam, war schnelles Handeln der Polizisten gefragt. Sie durchtrennten die Zaunlitzen und befreiten das Tier - Bambi verschwand kurz darauf putzmunter in den Wald. 

Da selbst gestandene Polizisten nicht jeden Tag zu solch einem Einsatz gerufen werden, postete die Polizei Oberpfalz ein Erinnerungsfoto auf Facebook: Bambis Retter mit dem befreiten Tier auf dem Arm. 

Doch die Begeisterung hielt nicht lange, denn in den Kommentaren entbrannte eine Diskussion, ob man Rehkitze anfassen dürfe oder nicht. „Man soll doch ein Kitz nicht anfassen, weil es sonst die Mutter nimmer annimmt“, kommentierte Franziska G. den Beitrag. Bettina B. war da allerdings anderer Meinung: „Die Kitze sind jetzt schon selbstständig schaut mal wie groß es schon ist“. Insgesamt fielen die Kommentare aber eher positiv aus.

Rehkitze anfassen - ja oder nein? 

Tatsächlich ist es es so, dass man Rehkitze und auch andere Jungtiere laut dem Bayerischen Jagdverband unter keinen Umständen anfassen, streicheln oder auf den Arm nehmen sollte. Die Rehgeiß würde ihren Nachwuchs aufgrund des menschlichen Geruchs nicht mehr annehmen. Die Hauptsäugezeit beim Reh beträgt allerdings zweieinhalb bis drei Monate, sodass Rehkitze schon früh beginnen selbst Grünfutter zu sich zu nehmen. War der „Aufschrei“ in den Kommentaren also gerechtfertigt oder nicht?

Waren kritische Kommentare gerechtfertigt?

In diesem Fall blieb den Beamten eigentlich keine andere Möglichkeit, als das Tier anzufassen. Denn ohne Hilfe wäre das Kitz verendet. Zudem war der Kollege, der das Tier befreit hatte und auch auf dem Arm hielt selbst Jäger, so Peter Gotteswinter, Leiter der Polizeiinspektion Parsberg. Die Lage konnte er also kompetent beurteilen: Das Reh sei bereits in einem Alter, in dem es sich selbstständig ernähre. Eine Gefahr, dass es nicht mehr gesäugt werden würde, war also zu keinem Zeitpunkt gegeben. 

Und auch der Anrufer, der der Polizei den Hinweis gegeben hatte, handelte richtig. Denn in so einem Fall gilt: Als Laie sollte man nicht selbst handeln, sondern Experten zur Hilfe holen.

Charlotte Braatz

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