Polizei sprengt Schleuserring

München/Passau - Türken, Syrer und Iraker haben die Schleuser illegal nach Deutschland gebracht und ordentlich abkassiert. Wie es der Bundespolizei gelang, die Bande zu stoppen:

Die Polizei hat insgesamt 16 mutmaßliche Schleuser in Bayern festgenommen. Zum einen zerschlugen die Beamten einen internationalen Schleuserring mit 14 mutmaßlichen Tätern, die im vergangenen halben Jahr etwa 50 Menschen illegal nach Deutschland gebracht haben sollen. Zum anderen nahm die Polizei zwei Verdächtige in Garmisch-Partenkirchen fest.

Die beiden sollen acht Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren aus dem Iran und Irak im Laderaum eines Transporters in die Bundesrepublik gebracht haben. Ziel sei ein skandinavisches Land gewesen, hieß es am Dienstag. Das zuständige Amtsgericht habe Haftbefehl gegen die zwei Männer erlassen.

Der mutmaßliche Haupttäter des 14-köpfigen Schleuserrings - ein 47 Jahre alter Türke - ging den Ermittlern bereits am vergangenen Freitag an seinem spanischen Wohnsitz in der Nähe von Bilbao ins Netz. Er soll jetzt nach Österreich gebracht werden. Am Montag sei es den Beamten dann gelungen, weitere Teile des Schleuserrings mit einer international angelegten Polizeiaktion zu zerschlagen, berichtete die Polizei in München.

Die Mitglieder des Netzwerks sollen überwiegend Türken, aber auch Syrer und Iraker illegal nach Deutschland gebracht haben. Dafür hätten die Flüchtlinge zwischen 3500 und 5500 Euro an die Schleuser zahlen müssen. Die Staatsanwaltschaft Passau hat Haftbefehl gegen den Haupttäter beantragt. Der werde sich aber wohl zunächst in Österreich wegen verschiedener Delikte verantworten und bei einer Verurteilung dort auch zunächst eine Haftstrafe absitzen müssen, bevor er nach Deutschland ausgeliefert werden könne, teilte die Polizei mit.

dpa

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