Polizei warnt vor Nebenjob als Paketagent

Freilassing - Wer ein Jobangebot als "Paketagent" bekommt sollte die Finger davon lassen - zumindest, wenn er auf die Polizei hören will. Für drei Oberbayern könnte der vermeintlich lukrative Nebenverdienst nun böse Folgen haben.

Es klang alles so gut: Einfach ein paar Pakete zuhause annehmen, ein neues Etikett draufkleben und die Ware weiter verschicken. Das ist es, was man als Paketagent zu tun hat. Für einen 59-jährigen Mann aus Freilassing schien das ein lukrativer Job zu sein. Jetzt hat er die Polizei am Hals.

Die Vorgeschichte: Der Mann reagierte auf das Jobangebot als Paketagent, unterschrieb einen Vertrag, der auf den ersten Blick seriös wirkte. Doch als er einige Wochen lang Pakete verschickt hatte und die erste Bezahlung anstand, ging der Mann leer aus - und dann dämmert es den meisten Paketagenten: Vielleicht ist das, was sie da machen, gar nicht legal.

"Der Sinn dieser Paketumleitungen ist in den meisten Fällen ein krimineller", erklärt Adreas Guske, Pressesprecher der Polizei Oberbayern Nord. "Meist beinhalten die Päckchen betrügerisch erlangte Ware, beispielsweise unter falscher Identität und mit widerrechtlich erlangten Kreditkartennummern bestelltes Elektronikzubehör, Software oder auch Kleidung." Gerne schalten die Banden im Hintergrund mehrere Paketagenten hintereinander, um so noch besser den Weg der Warenzustellung verschleiern zu können.

Die Masche ist immer die gleiche

Anfangs sind die Paketagenten, davon gehen die Ermittler in den meisten Fällen aus, ahnungslos. Doch sobald sie Verdacht schöpfen, sollten sie sich an die Polizei wenden - sonst droht ihnen selbst ein Strafverfahren wegen Geldwäsche oder Beihilfe zu diversen Straftaten. Die meisten Paketagenten hören nach wenigen Wochen wieder auf, wenn sie ihren Lohn nicht bekommen. Auf den 59-jährigen Freilassinger stießen die Beamten aber erst mithilfe der Berliner Polizeikollegen. Dort läuft derzeit ein großes Verfahren um Betrug und Geldwäsche, in das der Freilassinger nun offenbar - ob wissentlich oder nicht - verwickelt ist. Als die Beamten seine Wohnung durchsuchten, fanden sie sieben Pakete mit betrügerisch erlangten Bildschirmen, Fotoapparaten und anderen Waren. Gegen ihn wird nun strafrechtlich ermittelt.

In der letzten Zeit wurden der Polizei noch zwei ähnliche Fälle bekannt: Ein 51-jähriger Wolfratshausener und eine 40-Jährige aus Flintsbach am Inn arbeiteten ebenfalls als Paketagenten. Die Frau hatte selbst die Polizei verständigt, als ihr die Vorgehensweise ihres angeblich amerikanischen "Arbeitgebers" merkwürdig vorkam. Die Beamten nahmen Mobiltelefone, Fotoapparate und Laptops in Verwahrung, die sie zugeschickt bekommen hatte.

Polizei warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten

Vor diesem Hintergrund warnt die Polizei ausdrücklich davor, ein Jobangebot als Paketagent anzunehmen. Durch die strafrechtlichen Konsequenzen, warnt Sprecher Guske, "wird der Job mit dem vermeintlich leicht verdienten Geld richtig teuer".

mm

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