Polizeibesuch an Schule nach Gründung eines "Lehrerhasser-Clubs"

Kempten - Die Gründung eines virtuellen “Lehrerhasser- Clubs“ an einer Volksschule im Oberallgäu im vergangenen Sommer hat die Polizei auf den Plan gerufen: Ab der fünften Klasse steht an der Schule nun der Besuch eines Polizisten auf dem Lehrplan.

Der Beamte soll nach Angaben der Schulleitung die Schüler auf die Gefahren im Internet hinweisen. “Jugendliche müssen wissen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist“, sagte der Schulleiter der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag. Anstoß für den offensiven Umgang mit dieser Problematik an der Schule war ein Vorfall im Sommer. Eine Gruppe von Schülern war aufgeflogen, als sie in einem Internet-Forum einen “Lehrerhasser-Club“ gegründet hatte.

Ein Lehrer war nach Angaben des Rektors in diesem Forum “massiv beleidigt“ worden. Obwohl der betroffene Lehrer auf eine Anzeige verzichtete, hatte die Online-Attacke für drei Schüler Folgen. Die Haupttäterin, eine 13-jährige Schülerin, wurde für zwei Wochen vom Unterricht ausgeschlossen. Zwei weitere Schüler erhielten einen Verweis und mussten an vier Nachmittagen dem Hausmeister zur Hand gehen. “Sie müssen kapieren, dass man einen Menschen nicht zutiefst beleidigen kann, ohne dafür belangt zu werden“, sagte der Rektor. Er ist davon überzeugt, dass der Vorfall kein Einzelfall ist. “So etwas passiert heute an jeder Schule.“

Nach dem Vorfall hatten die “Club-Mitglieder“, deren Eltern und die Polizei über die Tat und andere Gefahren des Internets diskutiert. Von der Polizei erfuhren die Schüler, dass Beleidigungen immer strafbar sind, auch wenn sie in einem Internet-Forum erscheinen. Nach Angaben eines Sprechers der Polizei Kempten wurden im Allgäu im vergangenen Jahr 1500 Beleidigungen angezeigt, darunter etwa 50 aus dem Internet.

dpa

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