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Polizeichef Alois Mannichl wird am Mittwoch wieder seinen Dienst antreten.

Nach Attentat

Mannichl tritt Dienst wieder an - LKA sucht nach neuen Spuren

Passau/Regensburg - Dreieinhalb Wochen nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef kehrt Alois Mannichl in den Dienst zurück.

Wochen nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef kehrt Alois Mannichl in den Dienst zurück. Der bei der Messerattacke schwer verletzte Polizeidirektor werde von diesem Mittwoch (7. Januar) an wieder arbeiten, sagte ein Sprecher des Regensburger Polizeipräsidiums am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Unterdessen sucht das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) nach neuen Hinweisen in dem bislang ungelösten Fall. Im Umfeld von Mannichls Wohnhaus in Fürstenzell bei Passau seien am Sonntag mehrere Zigarettenkippen sichergestellt worden, erklärte LKA-Sprecher Karl-Heinz Segerer in München. Die abgebrannten Zigaretten würden nun im LKA-Labor auf mögliche Spuren untersucht.

Wenige Tage nach der Übernahme der Ermittlungen zu dem Fall hatte das LKA am Sonntag in Fürstenzell noch einmal die Umgebung des Reihenhauses Mannichls absuchen lassen. Die Gegend sei dabei von 30 Beamten großräumiger als unmittelbar nach der Tat untersucht worden, sagte Segerer. Die neue Leitung der Sonderkommission wolle ausschließen, dass nicht alle möglichen Spuren gesichert wurden.

Laut dem LKA-Pressesprecher wurden neben Zigarettenstummeln auch verschiedene Kleinteile aufgesammelt, die allerdings nicht genauer bezeichnet wurden. Die Polizisten hätten auch auf einem Kinderspielplatz in dem Wohngebiet nach Spuren gesucht. “Möglicherweise haben sich die Täter vorher dort aufgehalten“, sagte Segerer.

Mannichl war am 13. Dezember vor seinem Haus niedergestochen worden. Hinter dem Attentat wird ein Racheakt von Rechtsextremisten vermutet, nachdem der 52 Jahre alte Polizeichef in der Vergangenheit mehrfach gegen Neonazi-Aufmärsche vorgegangen war.

Das LKA hatte nach Weihnachten die Führung der 50-köpfigen Sonderkommission von der Passauer Polizei übernommen. Zuvor hatte die ehemalige Soko-Leitung mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. So musste ein aus der rechten Szene stammendes Münchner Ehepaar, das wegen Beihilfe zum Mord in Untersuchungshaft saß, schon nach wenigen Tagen wieder freigelassen werden. Trotz der Veröffentlichung mehrerer Phantombilder sind der Täter und mögliche Komplizen bisher unbekannt.

Mittlerweile wurde die Soko um 20 Beamte des LKA und des Münchner Polizeipräsidiums ergänzt, dafür sind entsprechend weniger Ermittler aus Passau dabei. Das LKA ließ es zunächst offen, ob weiterhin schwerpunktmäßig in der Neonazi-Szene nach dem Täter und eventuellen Helfern gefahndet wird. “Es wird in alle Richtungen ermittelt“, sagte Segerer.
dpa

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