+
Kein Alkohol an der Tanke nach Ladenschluss - so lautet die Forderung der Polizeigewerkschaft.

Keine Abgabe nach Ladenschluss

Polizei fordert Verkaufsverbot für Alkohol

Bad Windsheims - Bei Gewalt gegen Polizisten spielt Alkohol eine große Rolle. Die bayerische Polizeigewerkschaft DPolG fordert deshalb vehement ein Verkaufsverbot für Tankstellen außerhalb der Ladenschlusszeiten.

Der wiedergewählte bayerische Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hat nachdrücklich ein nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol an Tankstellen und Kiosken gefordert. „Alkohol ist der Aggressionsverstärker Nummer eins“, sagte Hermann Benker am Freitag am Rande des Landeskongresses der Gewerkschaft in Bad Windsheim. Immer häufiger griffen Betrunkene auch Polizisten an, wodurch die Zahl von Gewaltattacken steige. „Das sind nicht die Großereignisse wie Fußballeinsätze und so weiter, sondern der tägliche Dienst, und zum Wochenende spitzt es sich zu - zu Zeiten, wo auch Alkohol eine große Rolle spielt“, sagte Benker.

„Wir fordern konsequent, dass ein Alkoholverkaufsverbot zu Zeiten der Ladenschlusszeiten in Bayern gelten muss, und zwar komplett mit Ausnahme von Gaststätten“, sagte Benker. Das Hin und Her der vergangenen Wochen mit der am Ende ausgehandelten Selbstverpflichtung der Tankstellen sei blauäugig, schließlich ziehe etwa der Mineralölwirtschaftsverband nicht mit. „Das ist für mich ein Kasperletheater, das ist Murks, das ist das Papier nicht wert, auf dem die Selbstverpflichtung steht“, kritisierte Benker.

Partyveranstalter sollen blechen

Er forderte zudem, dass die Verursacher von sogenannten Facebook-Partys für den entstehenden Polizeieinsatz zur Kasse gebeten werden. „Es ist keine Frage, dass die Polizei für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zuständig ist. Aber wenn dieser Einsatz durch Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit oder mutwillig ausgelöst wird, kann es bei der Kostenfreiheit nicht mehr bleiben“, sagte Benker. Auch in Bayern kommt es immer wieder zu Ausschreitungen, wenn in sozialen Netzwerken im Internet Einladungen zu Festen nicht nur für enge Freunde, sondern für alle Nutzer zu sehen sind und Unbekannte zum Krawallmachen anreisen.

Werden Beamte bei Einsätzen verletzt und zahle der Täter anschließend das Schmerzensgeld nicht, müsse das Innenministerium einspringen, forderte Benker. „Es darf nicht Aufgabe des betroffenen Kollegen sein, an sein Recht zu kommen, sondern da muss der Dienstherr in Vorleistung treten.“

Benker bemängelte zudem die Folgen der Polizeireorganisation. „Es sollte ja alles besser und billiger werden, aber das ist überhaupt nicht passiert.“ Unausgereifte Konzepte und mangelnde Koordination zeigten sich auch bei den „Cybercops“, den aus der freien Wirtschaft kommenden Computerspezialisten. „Die wurden eingestellt, haben eine Schnellausbildung von einem guten Jahr absolviert, und erst nach der Ausbildung haben sich die Präsidien jedes für sich Gedanken gemacht, wie man denn diese Leute verwendet“, monierte der DPolG-Chef.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Brutal und sinnlos“: Fischertag in Memmingen in der Kritik
Mehr als 1000 Teilnehmer werden am Samstag trotz heftiger Kritik von Tierschützern gingen beim Fischertag im schwäbischen Memmingen auf Forellenjagd gehen.
„Brutal und sinnlos“: Fischertag in Memmingen in der Kritik
Dorf-Bewohnerin dreht frivole Filme und sorgt damit für Skandal im Bayernwald
Eine junge Frau verdient ihr Geld mit schlüpfrigen Filmchen im Netz. Das sorgt im katholisch geprägten Bayernwald für Aufsehen.
Dorf-Bewohnerin dreht frivole Filme und sorgt damit für Skandal im Bayernwald
Todesdrama in Niederbayern: Junger Erntehelfer gerät unter Getreide-Berg
Bei Erntearbeiten im Landkreis Rottal-Inn kam es am Freitagnachmittag zu einem tödlichen Unfall. Ein junger Arbeiter konnte nicht mehr gerettet werden. 
Todesdrama in Niederbayern: Junger Erntehelfer gerät unter Getreide-Berg
Zwei Verletzte bei Brand eines Wohnhauses in Cham
In Cham in der Oberpfalz kam es zu einem Wohnungsbrand. Zwei Männer zogen sich dabei Verletzungen zu. Anwohner sprechen von einer Explosion.
Zwei Verletzte bei Brand eines Wohnhauses in Cham

Kommentare