Polizeipräsidium suspendiert hohen Kripochef

Regensburg - Der Kripochef des Polizeipräsidiums Oberpfalz ist nach Beschwerden von Mitarbeitern vorläufig suspendiert worden. Über konkrete Vorwürfe wird noch geschwiegen, aber es gibt eine Umschreibung seiner Taten.

Der Kripochef des Polizeipräsidiums Oberpfalz ist nach Beschwerden von Mitarbeitern vorläufig suspendiert worden. Der Beamte sei bis auf weiteres von seinen Aufgaben entbunden und befinde sich im Krankenstand, teilte der stellvertretende Leiter des Polizeipräsidiums, Michael Liegl, am Freitag mit. Die Vorwürfe stünden “im Zusammenhang mit dem Führungsverhalten“ des ranghohen Polizisten. Inhaltliche Details der Beschwerden nannte Liegl nicht.

Die Regensburger Staatsanwaltschaft prüft unterdessen einen Vorwurf daraufhin, ob sich der Leiter des Sachgebietes Kriminalitätsbekämpfung des Präsidiums strafbar gemacht hat. Vor einigen Wochen hatte die Anklagebehörde einen anderen Vorfall bereits untersucht und war zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Straftat vorliegt. Die beiden Fälle seien aber nicht vergleichbar, sagte Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl.

Das Polizeipräsidium hatte die Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet und um eine strafrechtliche Bewertung gebeten. “Das ist nichts Ungewöhnliches, das passiert eigentlich ganz häufig“, erklärte Meindl. Auch er nannte keine weiteren Details. Dies geschehe auch im Interesse der betroffenen Mitarbeiter, meinte Meindl. “Die wünschen es nicht.“

Führungsaufgaben gegenüber Untergebenen nicht nachgekommen

Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich bis Anfang März entscheiden, was an dem neuen Vorwurf dran ist. Dann gebe es zwei Möglichkeiten, sagte Meindl. Wenn die Sache strafrechtlich relevant sei, würden die eigentlichen Ermittlungen beginnen. Ansonsten würden “die Akten sang- und klanglos geschlossen“.

Unabhängig davon läuft beim Polizeipräsidium ein Disziplinarverfahren gegen den Kripochef. Ein voraussichtliches Ende dieser Untersuchungen könne nicht genannt werden, hieß es in der Erklärung von Präsidiumsvize Liegl.

Laut einem Bericht der Weidener Zeitung “Der Neue Tag“ (Freitag) wird dem 58-Jährigen vorgeworfen, “den Führungsaufgaben gegenüber Untergebenen nicht so nachgekommen zu sein, wie er es eigentlich hätte tun sollen“. Mehrere männliche und weibliche Mitarbeiter hätten sich bei der Leitung des Polizeipräsidiums beschwert. Einen ersten Vorwurf habe es bereits im Sommer 2010 gegeben. Ende Januar sei der Beamte dann vom Dienst suspendiert worden, berichtet das Blatt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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